Gespräche ziwschen den UCSA und dem Kaiserreich Ryukyu

      Gespräche ziwschen den UCSA und dem Kaiserreich Ryukyu

      18. Februar 2022

      Unter einem klaren, hellblauen Himmel und angenehmen Temperaturen von etwa 23° Celsius begleitet von einer leichten Windbrise, stand Präsident Waxman gemeinsam mit Außenminister Durand am Ende des roten Teppichs. Hinter ihnen waren die Flaggen der UCSA und des Kaiserreich Ryukyu gehisst worden. Es war Präsident Waxmans erstes offizielles Gespräch mit einem asuatischen Staatsoberhaupt seit seinem Amtsantritt vor zwei Jahren. Das heutige Treffen war für Waxman nicht nur deshalb ein sehr wichtiges. Präsident James hatte die Beziehungen zu Asua während seiner Amtszeit zu sehr schleifen lassen, nachdem sein Vorgänger wiederum durch miserable außenpolitische Entscheidungen die asuatischen Nationen wiederholt verprellt hatte. Waxman hatte nicht vor die Fehler der letzten beiden Präsidenten bezüglich ihrer Asuapolitik zu wiederholen. Mit Ryukyu wollte man nun den ersten Schritt gehen zu einem besseren Verhältnis mit den Nationen des fernen Ostens, welche seit fast einem halben Jahrhundert zu den wichtigsten Handelspartnern der UCSA zählen. Gerade deshalb sollte es in den heutigen Gesprächen vor allem um wirtschaftliche Themen gehen, während man andere gemeinsame politische Interessen für die Zukunft ausloten konnte.

      Ein Agent des SES näherte sich Außenminister Durand, lehnte sich zu ihm hinüber und flüsterte ihm etwas ins Ohr. Außenminister Durand wiederum lehnte sich leicht zu Waxman hinüber: "Prime Minister Sugiyama dürfte jeden Augenblick eintreffen." Waxman nickte. Es dauerte anschließend nur noch einen kurzen Moment bis man schließlich das Regierungsflugzeug aus dem Kaiserreich erkennen konnte. Wie für den Empfang eines Staats- bzw. Regierungsoberhaupts in den UCSA üblich, wurde der Gang des Besuchenden von der Musik der militärischen Blaskapelle begleitet, sowie von zwei Soldaten mit angelegten Gewehren, die den Premierminister im Gleichschritt begleiteten.

      "Prime Minister Sugiyama. Willkommen in den United Commonwealths of Southern Arcadia." begrüßte Präsident Waxman den ryukischen Premierminister und reichte ihm die Hand.
      „Waxman-dono, vielen Dank. Ich freue mich, Sie zu treffen.“, antwortete der Premierminister, und erwiderte damit die Begrüßung seines Gegenübers ebenfalls in der landestypischen Sitte seiner Heimat. Die beiden Staatsmänner reichten sich die Hände und richteten sich kamerawirksam in Richtung der versammelten Journalisten blickend zu diesen aus. „Wie ich sehe, haben Sie gutes Wetter für mich bestellt.“, fuhr Sugiyama fort, während er den Blick kurz in Richtung Himmel schweifen ließ, noch immer mit dem Präsidenten Händeschüttelnd. Ein paar Sekunden mussten es schon sein, damit die Journaille auf ihre Kosten kam. Für Sugiyama war dieser Auslandstermin, der aufgrund der opulenten Begrüßung durch den Präsidenten samt Minister und begleitet von einer Militärkapelle sowie mit militärischen Ehren weniger den Charakter eines Arbeitsbesuches, für den eigentlich die Einladung ausgesprochen worden war, denn eines Staatsbesuches annahm, ein halbes Jahr vor den Unterhauswahlen im Kaiserreich von großer Bedeutung. „Und für Musik haben Sie auch gesorgt. Das wird sicher tolle Aufnahmen für die Presse geben.“ Außer für schöne Bilder war der Premierminister natürlich auch für politische Erfolge nach Arkadien gereist. In Zeiten, in denen der wichtige Handelspartner Astoria unter dem Druck eines Sanktionsregimes der Vereinten Staaten ächzte, würden neue Impulse im Handel mit Südarkadien bei der mächtigen ryukischen Wirtschaftslobby gut ankommen.

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      "Nur das beste für unsere willkommenen Gäste, Prime Minister Sugiyama, nur das beste!" erwiderte Präsident Waxman auf den Kommentar des Premierministers zum Wetter sowie zur Musik der Blaskapelle. Die Zeit für die Gespräche mit dem Kaiserreich Ryukyu waren absichtlich zu diesen Zeiten gewählt worden. Denn da auch die Wirtschaft Ryukyus unter den Auswirkungen der Sanktionen gegen Astoria litt und die Wahlen immer näher rückten, verhoffte man sich Dank des opulenten Empfangs und vor allem natürlich einem erfolgreichen Abschluss der Gespräche mit handfesten Ergebnissen einen ähnlichen Sprung in der Beliebtheit Sugiyamas, wie es 2021 mit der Sozialdemokratischen Partei und Aignéis Bain in Meiricea der Fall war. Sollte der Plan aufgehen erhoffte man sich, dass Sugiyama und die Konservative Partei dies nicht vergessen würde - wenn nicht, dann hatte man immerhin ein wirtschaftliches Abkommen mit einem der wichtigsten Handelspartner im ostasuatichen Raum erreicht.

      Nachdem die Blaskapelle ihr Stück zu Ende gespielt hatte und die Presse genügend Fotos machen konnte, stieg man in die tiefschwarze gepanzerte Limousine, die in der Mitte des Konvois stand. Sowohl vor als auch hinter der Limousine waren je drei SUVs, während am Anfang und am Ende des Konvois je zwei Polizeimotorräder positioniert waren. Entlang der Strecke zum Sunshine Palace standen in unregelmäßigen Abständen kleinere Gruppen an Leuten die eifrig Fotos schossen und Videoaufnahmen machten. Vor den Toren des Sunshine Palace selbst hatte sich eine große Menschenmenge versammelt, welche eifrig ryukische und südarkadische Flaggen schwenkten.

      Im Union Office angekommen, deutete Präsident Waxman auf die Sofas, die in der Mitte einen kleinen rechteckigen Tisch aus Ebenholz flankierten. Auf dem Tisch standen einige Getränke wie Wasser, verschiedene Säfte sowie auch Bier zur Verfügung und zum Essen zwischendurch während der Gespräche gab es verschiedene Kekse, Marmorkuchen und Weintrauben.

      Nachdem alle sich gesetzt hatten, nahm sich Präsident Waxman direkt eine Handvoll Weintrauben und lehnte sich zurück. "Prime Minister Sugiyama, nun möchte ich Sie noch einmal abseits des ganzen Trubels in Sunshine willkommen heißen. Ich hoffe Sie hatten einen angenehmen Flug. Wie bereits in unserem Einladungsschreiben erwähnt, möchten wir heute vor allem ein wirtschaftliches Abkommen erarbeiten. Dabei dachten wir an ein Zoll- und Investitionsschutzabkommen sowie eine Kooperation in der IT-Branche. Möchten Sie dem etwas hinzufügen, Prime Minister Sugiyama?"
      Der Kern der ryukischen Delegation nahm auf den Sofas gegenüber der Südarkadier Platz, während sich vier Berater mit Laptops ausgestattet auf Stühlen im Hintergrund postierten. Sie würden immer dann zum Einsatz kommen, wenn der Premierminister oder seine mitgereisten Minister Zahlen, Daten oder Fakten benötigten. Der von den Ryuken mitgebrachte Dolmetscher setzte sich auf einen Stuhl direkt neben Sugiyama.

      „Waxman-dono, ich beehre mich Ihnen an dieser Stelle auch noch einmal für Ihre Einladung in Ihr schönes Land zu danken. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir zu guten und ertragreichen Ergebnissen kommen werden. Erlauben Sie mir, dass ich Ihnen jetzt meine Begleiter vorstelle: Miyake Makito, Minister der Finanzen, Nemeto Masakatsu, Minister für Äußere Angelegenheiten und Internationale Kooperation und Miyoshi Sai, Minister des Büros des Regierungskabinettes, mein Regierungssprecher und Berater.“ Die drei Herren älteren Semesters, alle mit streng gekämmten Haaren, in dunkle Anzüge gehüllt und einen dünnen Aktenkoffer bei sich tragend, neigten zur Ehrerbietung leicht den Kopf in Richtung des Präsidenten. Dann fuhr Sugiyama fort: „Ich würde Ihren Tagesordnungspunkten gerne noch einen weiteren hinten anstellen, der sich um eine vertiefte Partnerschaft Südarkadiens mit dem Asuatischen Rat dreht. Ich hoffe, dass dies zu thematisieren auf Ihre Zustimmung stößt.“

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      "Absolut!" antworte Präsident Waxman knapp auf den Vorschlag Sugiyamas. "Der Asuatische Rat ist unseres Erachtens nach ein wichtiges Organ für die friedvolle Zusammenarbeit und für Streitschlichtung auf dem asuatischen Kontinent." fügte er noch kurz und und blätterte dann zügig in einigen Dokumenten herum, ehe er ein Blatt aus diesen hervorzog. Auf südarkadischer Seite nahmen Präsident Waxman, Außenminister Durand, Finanzminister Kelso sowie Handelsminister Stanson an den Gesprächen teil. "Bezüglich der Zölle möchten wir Ihnen gerne den Vorschlag unterbreiten, dass Sie Ihrerseits die Einfuhrzölle auf IT-Software, Maschinen sowie Baumwolle im Laufe der nächsten 12 Monate schrittweise absenken und schließlich ganz abschaffen, die Ausführzölle für Produkte dieser Sparten würden wir gleich handhaben. Wir würden unsererseits die Einfuhrzölle auf Soja, Textilien sowie IT-Hardware über denselben Zeitraum absenken, sofern die Ausfuhrzölle über denselben Zeitraum ebenso gehandhabt werden. Was meinen Sie?"
      Sugiyama überdachte den südarkadischen Vorschlag. Waxman hatte sich dafür jeweils drei der wichtigsten Export- und Importgüter im zwischenstaatlichen Handel Ryukyus und Südarkadiens herausgesucht, und auf den ersten Blick schienen diese sich tatsächlich in hervorragender Weise zu ergänzen. Doch musste man auch die Zukunft im Blick behalten: Ryukyu würde eines Tages von einem Schwellenland zu einer Industrienation aufsteigen, und dazu bedurfte es einer starken Maschinen- und Anlagenbauspate. Würde er jedoch erbitten, Maschinen aus dem Vorschlag herauszulösen, würde Waxman aller Wahrscheinlichkeit nach seinerseits die Bezollung von Soja aufrechterhalten. Dieser Schritt wäre nur logisch, denn von einer konkurrenzfähigen Textil- oder Hardwareindustrie in Arkadien hatte Sugiyama noch nie gehört. In Zeiten, in denen Soja als Tierfutter sowie als Zutat für die immer größer werdende Vegetarier- und Veganercommunity einen Boom erlebte, ein nachteiliger Zug. Da das ryukische Exportvolumen nach Südarkadien schon heute zehn Milliarden Dollar größer war als das umgekehrte Importvolumen, profitierte sein Land von den im Raum stehenden Zollsenkungen ohnehin schon stärker als sein Verhandlungspartner. Ferner stand nicht in Aussicht, dass die Produktionskosten in Ryukyu in diesem Jahrhundert jemals südarkadisches Niveau erreichen würden. Demzufolge konnte Sugiyama guten Gewissens einschlagen, ohne die heimische Maschinenbauindustrie mangels Konkurrenzfähigkeit zu den Importen ruiniert zu wissen.

      „Das ist ein Vorschlag, den ich gerne akzeptiere, Waxman-dono. Ich sehe hierin keinerlei nachteilige Effekte für unsere beider Volkswirtschaften, sondern nur Vorteile.“

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      "Wunderbar." antwortete Waxman mit einem Nicken und deutete anschließend mit seiner rechten Hand zu Finanzminister Kelso, welcher sogleich das Wort ergriff: "Als nächstes würden wir gerne mit Ihnen über ein Investitionsschutzabkommen sprechen. Nichts besonderes, wirklich." Kelso pausierte und trank einen Schluck Tee. "Im Prinzip verfolgen wir mit dem Investitionsschutzabkommen die Gleichbehandlung von Investoren aus unser beider Nationen bei Investitionen im jeweils anderen Land. Sprich: keine Benachteiligung ausländischer bzw. Bevorteilung heimischer Investoren, Schutz vor willkürlicher Enteignung, Verstaatlichung und so weiter. Sofern Sie ebenfalls an einem Investitionsschutzabkommen interessiert sind, würden wir die Details beim Vorlegen des Vertragswerks anschließend detaillierter besprechen, sofern Änderungen denn überhaupt nötig sein sollten. Wären Sie damit einverstanden, Sugiyama-dono?"
      "Hm." brummte Präsident Waxman als er irritiert in seinen Unterlagen herumblätterte. "Es scheint mir ist ein Irrtum unterlaufen, wir haben unserseits erstmal alles abgehakt. Bitte, Sugiyama-dono. Sprechen wir nun über eine Zusammenarbeit zwischen den United Commonwealths und dem Asuatischen Rat."

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      ​Ich habe ehrlicherweise vergessen, was ich mit der Kooperation in der IT-Branche genau im Sinn hatte und komme nicht mehr darauf. :|
      Der Premierminister nickte stoisch, dann fuhr er fort: „Wir würden es außerordentlich begrüßen, wenn Südarkadien mit dem Status einer Beobachternation dem Asuatischen Rat beitreten würde. Ich habe mich mit dem Büro des Ratspräsidenten mit den notwendigen Vollmachten ausstatten lassen, Ihrer Nation dies in Form einer offiziellen Einladung anzutragen. Wegen Südarkadiens großer wirtschaftlicher Bedeutung für den ostasuatischen Raum, immerhin beträgt das Handelsvolumen allein zwischen Südarkadien und Ryukyu mehr als 100 Milliarden Dollar, halten wir es für geboten, dass Ihr Land aus erster Hand über die Arbeit des Rates informiert ist, und sich künftig mit einem ständigen Vertreter im Range eines Botschafters beim Asuarat vertreten lässt und an den Sitzungen der Vollversammlung des Rates teilnimmt. Damit verbunden wäre auch eine Beteiligung Südarkadiens am Asuatischen Jugend- und Bildungswerk sowie der Asuatischen Förderbank.“

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      "Diesen Vorschlag begrüßen wir sehr!" begann Präsident Waxman und fuhr fort: "Asua, insbesondere Ostasua, ist für uns von enormer wirtschaftlicher Bedeutung und wir sind der Überzeugung, dass sich der Handel zwischen Arkadien und Asua in den nächsten Jahren und Jahrzehnten noch vervielfältigen wird. Grundsätzlich sind wir vom Konzept des Asuatischen Rates durchweg überzeugt und es ist schade, dass diese Organisation auf der Welt ein solches Unikat darstellt. Eine geographisch begrenzte Institution kann viele Probleme sicherlich besser in Angriff nehmen, also eine internationale wie die Vereinten Staaten - dabei möchten wir beziehungsweise ich deren Zweck und Daseinsberechtigung gar nicht in Frage stellen, überhaupt nicht. Aber bei vielen Angelegenheiten ist es vielleicht ratsamer, wenn die dort beheimateten Nationen eine Lösung für sich finden. Warum sollte nun ein Meride besser wissen was für Aleta gut ist als ein Aletaner? Aber nun gut, diese Dinge darf ja nun jeder sehen wie er mag. Kurzum: Wir stimmen Ihrem Vorschlag zu und nehmen gerne einen Posten als Beobachternation im Asuatischen Rat ein, Sugiyama-dono."
      „Ich freue mich, dass Sie unsere Einladung angenommen haben. Sie stärken damit das asuatische Gemeinwesen und fördern die Stabilität in der Region, ebenso wie die asuatisch-arkadische Kooperation weiter befördert wird. Wir werden eine Sitzung der Vollversammlung des Asuatischen Rates einberufen, damit diese die Aufnahme Südarkadiens formell bestätigt.“, antwortete der Premierminister, und nickte seinem Gegenüber freundlich zu. „Gibt es von Ihrer Seite noch etwas, worüber Sie zu sprechen kommen möchten, Waxman-dono?“

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