[Botschaft] Wolkowisches Reich

      Außenministerium des Wolkowischen Reiches
      Külügyminisztérium az Farkasszerü Birodalomnak
      Министерство иностранных дел Волковская Империя
      Foreign Ministry of the Volkovian Empire


      Bild: Wikimedia Commons / Jürgen Krause / Public Domain

      Exzellenzen,

      mit dem größten Bedauern muss ich Ihnen mitteilen, dass nach aktuellem Kenntnisstand zwei Personen khitaischer Staatsangehörigkeit im Rahmen der terroristischen Geiselnahme im Alkraina-Einkaufszentrum in Volárna den Tod gefunden haben. Ich erlaube mir, an dieser Stelle in Stellvertretung für das ganze wolkowische Volk, den Hinterbliebenen meine allergrößte Anteilnahme und mein innigstes Mitgefühl auszudrücken. In dieser belastenden Situation steht das Wolkowische Reich fest an der Seite all jener, auf die sich die fatalen Konsequenzen dieser verbrecherischen Tat in Form von Trauer niederschlagen. Die militärische Einsatzleitung vor Ort hat in tagelanger, aufopferungsvoller Arbeit alles in ihrer Macht stehende getan, um das Leid der Unschuldigen so gering wie möglich zu halten, und möglichst viele Geiseln aus den Händen der Terroristen zu befreien. Ich hoffe, dass dieses Wissen den Angehörigen der Toten in diesen schweren Tagen Trost spenden kann.

      Die Särge mit den Leichen der ausländischen Verstorbenen werden nach Abschluss aller notwendigen Identifikationsmaßnahmen zum Internationalen Verkehrsflugzeughafen Mogyoród verbracht, und von dort aus in ihre Heimatländer ausgeflogen. Die Kosten hierfür übernimmt das Reich.


      Hochachtungsvoll

      László Bartók
      Erster Stellvertretender Ministerpräsident

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      Werben Jiggerman Johnson, seines Zeichens diplomatischer Vertreter des Wolkowischen Reiches im Range eines Botschafters, übersendet dem Büro des Nationalpräsidenten der Republik Khitai ein Schreiben der Zweiten Stellvertretenden Ministerpräsidentin Wolkowiens, Evelina Kertész. Das Schreiben enthält eine Einladung einer bevollmächtigten khitaischen Delegation unter Führung eines im diplomatischen Protokoll ihr gleichgestellten Verhandlungsführers nach Wolkowien. Ganz im Sinne der khiatischen Frieden-durch-Handel-Diplomatie möchte man in der großen nordwolkowischen Hafenmetropole Marikaváros mit Vertretern der fernöstlichen Handelsmacht zu einem Konferenzwochenende zusammenkommen, um über bislang ungenutzte Möglichkeiten der gemeinsamen Kooperation in Osteuridika im Allgemeinen und im Bezug auf die Prosperität Přebyteks im Speziellen zur Aussprache zu gelangen. Die Einladung ist verbunden mit der Bitte, das Zusammenkommen bis zum Feststehen verkündenswerter Ergebnisse diskret zu behandeln.

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      Die khitaische Regierung dankt für die Einladung und wird sie entsprechend annehmen. Aus diesem Grund wird man eine Delegation unter der Führung des Ministers für Wirtschaft und Handel entsenden, der bzgl. der Befugnisse für ebendiese Angelegenheiten der Zweiten Stellv. Ministerpräsidentin am nächsten kommt. Ein solches Amt ist in Khitai nicht vorhanden.
      Werben Jiggerman Johnson legt bei der khitaischen Regierung schriftliche Beschwerde ein. Die Entsendung von Kampftruppen auf die Insel Přebytek, ohne diesen Schritt vorab mit den Anrainerstaaten, Wolkowien inbegriffen, abzustimmen, stellt nach Auffassung der wolkowischen Regierung einen Akt mangelnder Kommunikationsbereitschaft dar, und birge das Risiko, die wegen des Zusammenbruches Lusitzchiens fragile Stabilität in der Region erneut ins Wanken zu bringen. Der Botschafter fordert die khitaische Regierung in seinem vertraulichen Schreiben dringend dazu auf, ihr Engagement im Einvernehmen zu den Sicherheitsinteressen des Wolkowischen Reiches zu halten. Anderenfalls könnten folgenschwere Missverständnisse oder sogar auf mangelnde Abstimmung zurückzuführende Auseinandersetzungen mit den ebenfalls im Raum Přebytek stationierten wolkowischen Militäreinheiten nicht ausgeschlossen werden.

      Da das Wolkowische Reich die khitaische Haltung betreffs der aus der durch die Untätigkeit der theomedischen Besatzungsmacht erwachsenen Separatistenkräfte im Südostteil der Insel teilt, und die Bereitschaft Khitais zur Hilfeleistung gegenüber der Republik Přebytek in hohem Maße anerkennt, übermittelt der Botschafter im Namen der hohen wolkowischen Regierung deren Wunsch nach einem gemeinschaftlichen und unter den Akteuren abgestimmten Vorgehen zur Bekämpfung der Separatistengefahr auf Přebytek unter Berücksichtigung der Sicherheitsinteressen der Anrainer. Er fügt seinem Schreiben daher einen Entwurf einer völkerrechtlich bindenden Erklärung aus dem Außenministerium bei, die das Wolkowische Reich zur Grundlage jeglichen weiteren khitaischen militärischen Engagements auf dem Boden, im Luftgebiet und in den Gewässern der Insel Přebytek macht. In dieser verpflichtet sich die Republik Khitai dazu:
      1. Keine Truppenkonzentration dauerhaft (Länger als fünf Tage) auf dem Boden Přebyteks und im Seegebiet um Přebytek aufzuhalten, die Brigadestärke (5.000 Mann) überschreitet.
      2. Keine der nachfolgenden Waffengattungen auf Přebytek zu stationieren:
        1. Flammenwerfer
        2. Ekranoplans
        3. Boden-Boden-Raketen
        4. Boden-Luft- und Luft-Boden-Raketen
        5. Land- und luftgestützte Seezielflugkörper
        6. Bewaffnete Flugzeuge und Drohnen jeder Art
        7. Gepanzerte Fahrzeuge mit einem Gewicht von über 30 Tonnen
        8. U-Boote jeder Art
        9. Landungsschiffe und Landungsboote
        10. Überwasserkampfschiffe mit einer Einsatzverdrängung von über 3.000 Tonnen
        11. Jegliche Form chemischer, biologischer oder atomarer Waffen

      Im Gegenzug erklärt sich das Wolkowische Reich seinerseits dazu bereit:
      1. Den geschäftlichen Aktivitäten der Republik Khitai auf Přebytek wohlwollend gegenüberzustehen und diese nicht zu behindern.
      2. Kapazitäten zur Ausschiffung und Ausfliegung khitaischer Verwundeter über die Autonome Region Přebytek bereitzustellen, und diese in wolkowischen Militärkrankenhäusern zu behandeln.
      3. Keinerlei Waffenexporte in die Republik Přebytek zu genehmigen oder durchzuführen, die als Kriegswaffen deklariert sind.

      Werben Jiggerman Johnson schließt sein Schreiben mit dem Hinweis, dass man, um die partnerschaftlichen Beziehungen zwischen Khitai und Wolkowien unbeschädigt zu sehen, in Smolensk eine Einigung noch vor dem Eintreffen der heute angekündigten Truppenverlegungen auf Přebytek als unerlässlich erachtet.

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      Der Nationalrat für Äußeres bestätigt den Eingang des Schreibens.

      Im Antwortschreiben erklärt der Nationalrat für Äußeres, dass nur wenige Ausbilder sowie Militärberater der Kasernierten Staatspolizei den Sicherheitskräften der Republik Prebytek vor Ort zu Lande bereit stehen. Eine Stationierung von größeren Verbänden oder Waffensystemen, die eine direkte Bedrohung für die Streitkräfte des Wolkowischen Reiches darstellen, ist nicht geplant. Die Offensivstreitkraft konzentriert sich ausschließlich zur See und soll die prebytekische Sicherheitskräften unterstützen. Die Separatisten stellen weiterhin eine Gefahr des Friedens und des Handels vor Ort dar. Der Abzug khitaischer Truppen nach Abschluss der Operation ist vorgesehen und garantiert. Eine permanente Stationierung khitaischer Truppen auf der betroffenen Insel ist aktuell ausgeschlossen.

      Um Missverständnisse und weiteres Konfliktpotenzial vorzubeugen, wird der wolkowische Botschafter Werben Jiggerman Johnson ins Präsidentensitz für die weitere Absprachen im Fall Republik Prebytek für den morgigen Tag, dem 23. Februar, für weitere Absprachen eingeladen. Der Nationalpräsident persönlich steht dem Botschafter als Gesprächspartner gegenüber. Man erbittet eine Bestätigung.
      Werben Jiggerman Johnson nimmt die Einladung zu einem direkten Gespräch mit dem Nationalpräsidenten dankend an, und erklärt seine Freude über die khitaische Gesprächsbereitschaft. Er kündigt an, dass neben ihm auch sein Dolmetscher und sein persönlicher Sekretär anwesend sein werden, und fügt seiner Zusage deren Diplomatenpässe an.

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      Das wolkowische Außenministerium bittet um eine Stellungnahme der khitaischen Regierung, inwiefern die bekannt gewordene Anerkennung der Regierung der Republik Přebytek durch die Republik Khitai auch eine Anerkennung des Präsidenten Marcel Hájeks in seiner selbst postulierten Rolle als Staatschef mit einschließe, oder ob sich die Anerkennung ganz und gar in der Anerkennung des Regierungskabinettes erschöpfe. Darüber hinaus wird erbeten, das wolkowische Außenministerium über die khitaische Position zum demokratischen Konsolidierungsprozess der lusitzchischen Entitäten ins Bild zu setzen, unter besonderer Betrachtung der darauf wirkenden Konsequenzen aus dem Anspruch Marcel Hájeks, Führer einer souveränen Nation zu sein. Zuletzt fügt man die Frage an, wie die khitaische Regierung ihre Anerkennung der Regierung der Republik Přebytek als souverän begründet, vor dem Hintergrund dessen, dass diese Regierung durch das lusitzchische Volk nicht in demokratischer Wahl legitimiert, sondern durch eine äußere Besatzungsmacht eingesetzt wurde, während es zuvor jahrzehntelang die Überzeugung der khitaischen Regierung gewesen war, die Anerkennung von Staaten von deren Demokratiestatus abhängig zu machen, wie etwa im Falle der Republik Kusari, und zugleich eine Anerkennung der in demokratischen Wahlen legitimierten Regierungen der Volkssouveränen Unionsrepublik Jugownien, der Autonomen Region Přebytek oder des Lusitzchischen Autonomen Sonderterritoriums Bantice/Kunštát der wolkowischen Regierung bislang nicht bekannt geworden ist.

      Das Schreiben endet mit vorausgeschicktem Dank und einer positiven Bewertung der khitaischen Aktivitäten zur Wirtschaftsförderung und Terrorismusbekämpfung auf Přebytek.

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      Der Nationalrat für Äußeres erklärt in einem Antwortschreiben, dass die Erklärung der Souveränität sich auf das Regierungskabinett beschränkt und nicht vom amtierenden Präsidenten abhängig macht. Wenngleich der Präsident von der Siegermacht Theomedien bestimmt wurde, so wurde das Regierungskabinett vom Präsident selbst ernannt. Das Kabinett agiert jedoch bei der Verabschiedung von Gesetzen und Dekreten von der theomedischen Administratur unabhängig und sie erfährt nach khitaischem Kenntnisstand mehrheitliche Unterstützung von der allgemeinen Bevölkerung. Weiterhin regiert sie, anders als die Vorgängerregime, nicht mit Angst und Terror. Bei der Frage der ausbleibenden Souveränitätserklärung der Autonomen Region Prebytek durch die Republik Khitai begründet der Nationalrat für Äußeres damit, dass die Autonome Region als eine Art der Sonderverwaltungszone der Republik Prebytek gesehen wird. Somit ist die Autonome Region weiterhin Teil der Republik Prebytek. Über die anderen genannten Gebiete kann der Nationalrat für Äußeres keine Auskunft geben - die Entscheidungsgewalt darüber liegt ganz allein beim Nationalkongress während einer Großen Tagung.

      Zum geplanten Treffen der Vertreter aller lusitzchischen Nachfolgeregierungen wird sich der Außenminister am Montag, dem 20. Juni, nach dem Treffen mit dem prebytekischen Präsidenten äußern.
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