Ankündigung Tägliches Leben

      +++ 09.08.2019 - 18:21 Uhr | Süd-Westlich Ospijel +++

      Weniger als eine halbe Stunde nach dem Notruf hatte das Marineoberkommando alles in Bewegung gesetzt um dem havarierten Schiff zu helfen. Aus Ospijel verlegten ein Schlepper und ein Wachschiff der Küstenwache umgehend zur Unglücksstelle aus Naaren war der Schlepper Vestavind umgehend in Marsch gesetzt worden. Auch die Militärpolizei hatte den Bereich an Land, entlang des Dammes abgesperrt. Sowohl Schaulustige und auch die Presse musste zurück gehalten werden, denn man stand noch am Anfang dessen, was man als Untersuchung bezeichnen konnte.

      "Haben wir bereits eine Vermutung?", fragte der Admiral direkt nachdem er aus dem Hubschrauber ausgestiegen war. Ruhig schritt er auf den Damm und stemmte die Hände in die Hüften. Dort lag es, das schwere Panzerschiff mit einer leichten Schräglage. Die Ebbe hatte den Rumpf frei gelegt und zeigte ein gigantisch wirkende Verbeulung der Hülle direkt neben dem Bugtorpedorohr. Dieses selbst war aufgerissen und Wasser lief heraus. "Wir vermuten einen Angriff. Wir haben den Kapitän kurz befragen können und er meinte, dass sie wohl etwas gerammt haben und dies ist detoniert. Sie sind noch ausgewichen aber ein knapp zwei Meter langer und metallischer Zylinder hat den Rumpf getroffen." "Ein Angriff? Wer zur Hölle sollte uns denn angreifen?" "Eine Gruppe die sich Astorische Befreiungsfront nennt. Sie haben sich zu dem Angriff bekannt. So zumindest eine Meldung die an mehrere Nachrichtenagenturen gegangen ist. Die Veröffentlichung konnte aber verhindert werden." "Und Sie sind?" "Major de Witt, Militärischer Nachrichtendienst. Wir wurden vom Verteidigungsminister hinzugezogen.", antwortete der junge Offizier, der sich nun nehmen dem Admiral aufstellte. "Haben wir Details?" "Ein klares Jain Herr Admiral. Ich habe das Schreiben überflogen, wir analysieren es noch detailiert. Aber es scheint wohl als sei es eine selbstgebaute Seemine. Sie fordern wohl die Abspaltung der Provinz Meereland im Norden und den Anschluss an Astoria. Und es ist angeblich der Anfang im Kampf gegen die Unterdrücker."

      Der Admiral schwieg einen Augenblick und blickte weiter auf das Schiff vor sich. "Wenn das erste der Anfang ist müssen wir mit weiteren Angriffen rechnen. Ziehen Sie unbedingt den Inspekteur der Minenkampfkräfte hinzu. Wir müssen wissen mit was wir es zu tun haben." Der Major nickte zustimmend. "Was geben wir an die Presse weiter?" "Nur das wir den Vorfall untersuchen. Keine Details und wir antworten nicht auf Rückfragen. Wie ist der Stand des Schiffes?" "Zwei Sektionen sind vollgelaufen und werden im Moment leer gepumpt. Der Riss im Bug wird notdürftig geflickt bevor die Flut einsetzt. Danach versuchen wir das Schiff frei zu schleppen und zur Untersuchung nach Ospijel zu bringen." "Verluste?", der Offizier blickte auf den Bericht in seiner Hand: "Ein Gefallener, vierzehn Verwundete und acht Vermisste. Letztere werden in den zwei Sektionen vermutet."
      +++ 12.08.2019 - 8:00 Uhr | Marinehafen Ospijel +++

      Nordsoon stand im Schwimmdock direkt unter dem Rumpf des gigantisch wirkenden Panzerschiffes. Der Rumpf am Bug war durch mehrere Stahlplatten notdürftig geschweißt worden um das Schiff, zumindest zum Großteil trocken in den Marinehafen buxiert zu bekommen. Diese Platten werden nun wieder, unter dem kreischenden Geräusch von Winkelschleifern wieder entfernt um die Schadstelle einerseits begutachten und andererseits professionell wieder verschließen zu können. "Wie lange wird die Instandsetzung dauern?", fragte der Hærmann und besaß sich die Schäden gründlich. "Wir gehen von mindestens drei Monaten aus. Ein Teil der Waffenanlage wurde ebenfalls beschädigt und muss ausgetauscht werden. Da dies im Zuge der Modernisierung mit gemacht wird rechnen wir Alles in Allem mit etwa vier Montaten." Nordsoon antwortete nicht und wendete den Blick nicht ab für einige Minuten. Dann drehte er sich zum Admiral: "Hat man die vermissten Seeleute gefunden?" "Sieben von ihnen leider nur. Sie waren in der Abteilung I. Laut den vorliegenden Informationen waren sie sofort tot und mussten zumindest nicht leiden." "Ich bin mir nicht sicher ob das die Familien beruhigen wird." Der Offizier nickte und weitere Anwesende taten es ihm gleich.

      Nach einer halben Stunde hatten sich die Offiziere, Ingenieure, der Verteidigungsminister und der Hærmann in einem kleinen Raum im Marinehafen eingefunden. Dieser lag etwa zehn Meter unter der Erde in einem abgeschirmten Bereich der Marinebasis und war abhörsicher gestaltet. Vor den Anwesenden projezierte ein Beamer ein Bild des Kriegsschiffes an die Wand. Der Admiral stand vor den Anwesenden, räusperte sich kurz und begann dann: "Meine Damen und Herren, ich denke wir wissen warum wir alle hier sind. Dennoch möchte es noch einmal kurz zusammenfassen.

      Am Freitag um 12:30 Uhr kam es zu einem Angriff auf eines unserer Panzerschiffe in der Straße von Ospijel. Das Schiff lief, laut den Aussagen der Besatzung und Augenzeugen auf einen Stahlkörper auf, welcher detonierte. Das Schiff wurde darauf hin im Bug Bereich schwer beschädigt und es drang Wasser ein. Nur durch die Reaktion der Mannschaft konnte das Schiff gerettet werden, da es schnell Schlagseite bekam, indem sie es auf eine Sandbank setzten. Leider haben acht Seeleute ihr Leben bei dem Angriff verloren, ein weiterer Seemann wird noch vermisst.

      Ich übergebe an Commodore Larsson betreffs der Details."
      Ein etwas rundlicher Offizier trat nach vorn und nickte. Er wechselte das Bild zu einigen Metallzylindern und einigen Zeichnungen. "Meine Herrschaften, wir haben bereits Teile des Sprengsatzes geborgen und ich kann ihnen sagen das ihnen unsere Erkenntnisse nicht gefallen werden. Es handelt sich bei dem Sprengkörper um einen handelsüblichen Warmwasserboiler, welcher mit Emulsionssprengstoff auf Ammoniumnitratbasis gefüllt war. Zur Zündung wurden mehrere Druckzünder montiert, welche bei Kontakt ein Zündhütchen aktivierten un den Sprengstoff zur Explosion brachte. Kurzum, der Boiler traf den Rumpf und detonierte umgehend." Erneut wechselte das Bild und zeigte einen Heißwasserboiler: "Was sie hier sehen darf diesen Raum nicht verlassen. Eines unserer Minensuchboote hat einen weiteren Boiler im Wattenmeer sicherstellen. Anscheinend hatte er sich von seiner Halterung gelöst und war abgetrieben. Glücklicherweise in ein militärisches Übungsgebiet der Marine. Wir haben die Mine unschädlich gemacht und geborgen. Die Konstruktion ist de facto so einfach, dass sie in jeder Hinterhofwerkstatt hergestellt werden könnte." "Sie möchten uns also sagen, dass da Jemand Seeminen in seinem heimischen Kämmerchen produziert?", fragte Nordsoon und erntete ein bestätigendes Nicken des Offiziers: "Wenn man es so salopp sagen möchte Hærmann, aber ja das ist korrekt.

      Das bringt uns zur Problematik, dass es sein kann, das weitere Minen auftauchen."
      Er deutete einem anderen Mann der aus dem Schatten ins Licht trat. "Guten Tag, ich bin Major de Witt vom Militärischen Nachrichtendienst. Ich kann meinem Vorredner nur beipflichten. Im Moment müssen wir davon ausgehen, dass weitere dieser Sprengkörper auftauchen. Es hat sich eine Organisation mit dem Namen Astorische Befreiungsfront zur Tat bekannt. Wir konnten eine Veröffentlichung bei den Medien verhindern und haben uns eine Woche erbeten. Inzwischen spricht man von einem Technischen Defekt. Wie dem auch sei. Die AB, wie sie sich kurz nennt, hat sich die Abspaltung der weestlantischen Provinz Meereland, wo eine astorischstämmige Mehrheit lebt, und einen Anschluss an das Königreich fordern." "Wie kommt es, dass man nie bisher etwas von Denen gehört hat?" "Nun, weil sie bisher nie aktiv in Erscheinung getreten sind und sich scheinbar erst gegründet hat. Wir haben bisher keine Informationen über ihre Mitglieder, wenngleich wir Vermutungen haben. Doch ohne tiefgreifende Ermittlungen möchte ich nicht vorgreifen. Im Moment stärkt das Königreich, oder es versucht eher, sich außen- und sicherheitspolitisch zu etablieren. Es droht mehr oder minder mit möglichen Angriffen, oder schließt sie zumindest nicht aus.

      Die Einverleibung Sewariens nach Wolkowien dürfte der AB weiteren Aufwind gegeben und sie bestärkt haben hier könnte dies auch funktionieren. Die Forderungen stehen ja immer wieder bei Lokalpolitikern auf der Liste vor den Wahlen."
      "Aber die Provinz hat seit je her Privilegien und eine gewisse Autonomie.", fügte Jarl Karine Immonen an. "Ja das ist korrekt. Sie dürfen astorisch als Amtssprache verwenden, Astorisch steht auf dem Lehrplan etc. Aber den Milianten Kräften reicht dies offensichtlich nicht aus. Und jetzt scheint die Zeit günstig zu sein." "Sie vermuten weitere Angriffe?" Der Major nickte: "Wir nehmen die Drohungen sehr ernst und haben bereits die Føderale Politi involviert und den Inlandsgeheimdienst. Wir wissen nicht wie lange die AB bereits aktiv ist, aber es könnten einige Überfälle, auch ein Banküberfall vor einem Jahr auf ihr Konto gehen. Sollte das der Fall sein dürften sie finanziell gut ausgestattet sein und durch Verbindungen über die Grenze vielleicht an Waffen und Ausrüstung gekommen sein. Ammoniumnitrat ist auch ein Düngemittel, doch der Verkauf ist stark reglementiert. Um an solche Mengen für Minen zu kommen müsste man lange sparen oder sie illegal einführen."

      Nordsoon strich sich mit der Hand über das Kinn nachdem der Vortrag endete. "Ich will, dass sie die Drahtzieher finden. Sorgen sie dafür, dass die Presse solange wie möglich keine Meldungen veröffentlicht. Wir treffen uns spätestens am Donnerstag wieder. Ich will jeden Tag einen Bericht über die Situation haben. Wir dürfen keine weiteren Menschenleben riskieren." "Sollen wir die Astorier informieren?" "Um Gotteswillen, bloß nicht. Ansonsten denken die noch, dass sie die Situation ausnutzen könnten."
      +++ 12.08.2019 - 8:00 Uhr | Marinehauptquartier - Boonel +++

      Erneut fand sich die ilustre Gesellschaft in Weestland, direkt nach dem Wochenende zusammen. Nordsoon hatte das gesamte Wochenende mit seiner Familie auf dem Sommersitz nahe Njemland verbracht um von dort aus zu arbeiten. Nun befand er sich hier nahe Boonel etwa dreißig Meter unter der Erde im zentralen Kommandbunker der Marine. Ruhig stellte er seinen Kaffee ab und nahm dann an dem langen Besprechungstisch Platz. Neben ihm waren noch der Verteidigungsminister, der Justis- og beredskapsminister, die Jarl von Weestland und einige Vertreter der Sicherheitsorgane und der Armee mit vor Ort. Es dauerte einige Minuten bis Alle Platz genommen hatten und der Beamer eingeschaltet worden war.

      "Meine Damen und Herren, danke das sie hier her gekommen sind. Wir möchten heute weitere Erkenntnisse mit ihnen teilen und mögliche weitere Maßnahmen erörtern.", sagte Ylvar Doornemann, der aktuelle Innen- und Justizminister. "Zuersteinmal möchte ich sie darüber informieren, dass wir einen Zusammenhang zwischen früheren Zwischenfällen, respektive Straftaten herstellen konnten. Die auf der Mine festgestellten Fingerabdrücke konnten mit dem Überfall auf vier Tankstellen und einem Supermarkt im Norden Weestlands in Zusammenhang gebracht werden. Allerdings sind diese Straftaten nie aufgeklärt worden. Die Abdrücke können somit keinen Verdächtigen zugeordnet werden. Doch es heist, dass die AB entweder bereits vor ihrer offiziellen Ankündigung aktiv war oder sich zum Teil aus Krimininellen rekrutiert. Kommissar Blooch leitet die eingesetzte Ermittlungskommission welche gegen die AB ermittelt. Sie haben das Wort." Am Beamer ändern sich einige Ansichten und dann übernahm der Mann: "Danke Herr Minister. Ja, wie bereits erwähnt konnten wir die Fingerabdrücke nicht zuordnen. Aber wir haben mehrere Personen aus dem nationalistischen Umfeld in Meereland im Fokus, welche durch Blogs oder Posts in Sozialen Netzwerken aufgefallen sind.

      Es gibt mehrere geschlossene Gruppen, welche wir im Moment beobachten und Posts von einzelnen Usern konnten den Flugblatt- und Sprayer-Aktionen in Weestland zugeordnet werden."
      "Gab es Verhaftungen?", fragte Nordsoon und erntete ein Nicken der Jarl. "Nein bisher nicht. Allerdings auch mit Absicht, denn wir wollen auch an die Planer heran kommen. Wir wollen keine Schnellschüsse um diese noch weiter in den Untergrund zu treiben. Die Mitläufer, wenn man sie so nennen kann werden überwacht, aber wir glauben nicht, dass diese im Moment eine Gefahr darstellen." "Was schätzen Sie wie viele Mitglieder die AB hat?" "Nun ehrlich gesagt haben wir keine Ahnung. Wenn man von anderen Organisationen dieser Art ausgeht, dann schätzen wir etwa zehn bis zwanzig Mitglieder als Kern und etwa fünfzig bis achtzig Unterstützer. Sprich Personen welche den Kern mit Unterkunft, Informationen, Nahrung oder Ausrüstung versorgen. Bei diesen müsste man dann noch dies- und jenseits der Grenze unterscheiden. Wir haben in die Nationalistischen Kreisen ein bis zwei Informanten, welche wir aktiviert haben um weitere Informationen zu erhalten. Durch den Fakt, dass die AB bisher nicht aktiv war stehen wir hier noch am Anfang der Ermittlungen."

      Nordsoon nickte etwas abwesend und folgte den am Beamer projezierten Informationen. "Haben wir Informationen über mögliche weitere Ziele von Angriffen?" "Nun wir gehen vornehmlich davon aus, dass Behörden im Fokus stehen. Zivilisten oder Amtsträger an sich anscheinend nicht. Wenn man von dem Angriff mit der Mine absieht haben wir bisher keine bewaffneten Angriffe registriert. Aber der zunehmende Hass in den sozialen Medien und einigen lokalen Presseorganen könnte in Zukunft zu so etwas führen." "Gibt es Verbindungen nach Astoria?" "Klare Antwort: Ja .... aber anscheinend nicht zu offiziellen Stellen. Die Unterstützer sind im zivilen Umfeld zu suchen. Aber sollte Astoria, ähnlich wie Wolkowien, eine Minderheit bedroht sehen könnte es sein das wir auch in den Fokus von Regierungskreisen geraten." "Die Frage wäre, wie können wir das unterbinden?" "Nun, der Zoll und die Grenzpolizei ist entsprechend instruiert die Kontrollen an der Grenze zu Astoria zu verstärken. Auch in den Bahnen und sogar der tangierenden Strecke über Huuran sollen verstärkt bestreift werden."

      "Was werden wir als nächste Schritte unternehmen?", fragte der Hærmann ruhig nach und lehnte sich in seinen Stuhl. "Wir wollen öffentlichkeitswirksame Aktionen vermeiden. Wir halten uns im Hintergrund, aber haben die Spezialeinheiten in erhöhte Bereitschaft versetzt. Öffentliche Einrichtungen werden durch Sicherheitsunternehmen vor Allem Nachts stärker bestreift. Zusätzlich haben wir eine Hotline für Hinweise geschalten. Im Moment ist es ruhig und wir versuchen dies auch dabei zu belassen. Die Ermittlungen laufen selbstverständlich weiter." Nordsoon nickte erneut zustimmend. Es waren noch nicht viele Informationen und er hoffte, dass es keine Angriffe geben würde.
      +++ 06.09.2019 - 21:00 Uhr | Radaranlage 'Deep Look' - 15 Kilometer östlich von Boonel +++

      Der Soldat rüttelte am Stecker des knapp fünf Zentimeter Breite messenden Kabels und erhob sich direkt danach. Ruhig drehte er sich um und hob die Hand, formte eine Faust und hob den Daumen. Das Signal galt einem weiteren Soldaten etwa zehn Meter entfernt an einem Container. Auch wenn Beide nur spärlich beleuchtet waren erkannte der Soldat die Geste und beantwortete sie ebenso. Er trat durch die Tür und berichtete: "Das Kabel ist angeschlossen. Anlage anfahren!", befahl er im direkt danach. Langsam trat er hinter zwei weitere Soldaten, von denen Einer einen Knopf unter einer Schutzabdeckung betätigte. Weitere Knöpfe, LEDs und einige Anzeigen erwachten zum Leben und begannen zu Blinken, zu Leuchten oder zeigten Informationen an. Es dauerte keine zwei Minuten bis einer der Soldaten, seines Zeichens Techniker bei der Luftabwehrtruppe bestätigte, dass das System hochgefahren war. Der befehlende Soldat nahm einen Hörer ans Ohr: "Deep Look ist ON!", gab er nur durch, wartete kurz und legte dann wieder auf.

      Nur knapp zwei Kilometer entfernt, auf dem selben Gelände, jedoch tief unter der Erde legte ein weiterer Offizier den Hörer auf und trat zu den dort anwesenden Soldaten. Ihre Monitoren waren ebenfalls erst eingeschalten worden und begannen Informationen in bunten Lettern auf ihren schwarzen Hintergründen anzuzeigen. "Datenlink Zivil - Check. Datenlink Militärisch - Check, Freund-Feind-Kennung - Check.", berichtete einer der Männer als er die Checkliste durchging und dann weg legte. Über die Ansicht wurde eine monochrome Karte projeziert, welche die Grenzen und einige Namen von Städten anzeigten. "Wie weit können wir sehen?", fragte der Offizier und beugte sich nach vorn. "Nach Norden bis Svensen, Nord-Osten bis Rovaniemi, Im Osten bis Sadoru, im Süd-Osten bis Sommeille und im Süden bis weit über das südliche Astoria hinaus. Zumindest gegen Raketen. Die Wetterlage heute ermöglich die Überwachung des gesamten Flugverkehrs bis Kattegatt." Ein Lächeln breitete sich auf dem Gesicht des Offiziers aus als er nicht nur die zivilen Flugzeugkennungen und deren Symbole in gelb erkannte, sondern auch blaue Symbole für eigene Maschinen und mindestens ein Dutzend rote Markierungen. "Wie Sie sehen können wir den zivilen und militärischen Luftverkehr Astorias überwachen. Im Moment sind mehrere militärische Flugzeuge in der Luft, dem Echo nach Kampf- und Transportflugzeuge vermutlich. Ich tippe mal auf eine der Alarmstaffeln auf Patrouille. Dazu kommt der zivile Luftverkehr. Hier, nahe der Grenze ein Rettungshubschrauber zum Beispiel, der Kennung nach." "Damit können wir erkennen wenn sie etwas vorhaben. Können sie uns stören?" Der Soldat nickte: "Rein theoretisch ja. Allerdings würden sie sich damit ebenfalls blind machen. Die Anlage kann Störungen erkennen und fängt dann mit zufälligen Frequenzwechseln an um Störungen zu umgehen.", führte er aus.

      Nach einigen Tests wurde ins Hauptquartier nach Voorlant, auf einem verschlüsselten Kanal die Einsatzbereitschaft gemeldet. Auch wenn das System bereits mehrfach im Testbetrieb war, so war es nun entgültig am Netz und versorgte die das strategische Lagezentrum, wie die drei anderen Anlagen im Nordmeropik mit Daten. Die neue Software, welche vor einem Jahr eingespielt worden war, würde nun neuerlich zum Schutz des Landes beitragen.
      +++ 10.10.2019 - 4:30 Uhr | Ein Vorort von Varstadt +++

      Lautlos zählte der Polizist von fünf abwärts und zeigte ein jedes Mal weniger Finger seinem Gegenüber hier in dem schwach beleuchteten Treppenhaus. Nachdem er nur noch eine Faust zeigte schwangen die beiden anderen Polizisten, welchen er die Hand zeigte, die schwere Ramme nach hinten und dann mit voller Kraft nach vorn. Holz splitterte und die Tür flog nach innen mit einem lauten Krachen auf. Die Männer traten bei Seite und das Licht von grellen LED-Taschenlampen erhellte den dunklen Flur als der erste Polizist hinein trat. Mit dem schweren Schild und der Pistole im Anschlag stob er in die Dunkelheit, er wie auch seine Kameraden das Wort "POLITI!" brüllend. Weiteres Holz splitterte als der Truppe ohne Rücksicht auf Verluste an Material tiefer in die Wohnung eindrang. Das Bad, direkt neben der Eingangstür wurde gesichert, die gegenüberliegende Küche, danach das Wohnzimmer, das auch als Schlafzimmer diente. Sichtlich überrascht schreckte der Mann hoch und hob, nachdem er realisiert hatte das ihm die schwerbewaffneten Polizisten eines Spezialkommandos gegenüber standen, die Arme nach oben. Sofort überwältigten ihn zwei der Polizisten und fesselten ihm mit Kabelbindern die Hände auf dem Rücken.

      Es herrschte einige Minuten komplette Ruhe und die Lichter in den Räumen wurden eingeschaltet als weitere Polizisten, uniformiert und in Zivil in die Wohnung traten. "Ralf Schmidt?", fragte einer der Männer und hielt ein ausgedrucktes Bild neben das Gesicht des Mannes. "Ja? Was ist denn das Problem?", fragte sein Gegenüber noch immer sichtlich neben der Spur und etwas zittrig auf den Beinen. "Herr Schmidt, Sie sind hiermit fest genommen aufgrund des Verdachtes der Angehörigkeit zu einer terroristischen Vereinigung. Bitte nehmen Sie zur Kenntnis, dass jede getroffene Aussage ab jetzt gegen Sie verwendet werden kann. Möchten Sie etwas hinzufügen?" "Ähh ... nein. Ich will einen Anwalt!", antwortete er und straffte seinen Körper, nachdem ihm langsam dämmerte was hier vorging. "Den sollen Sie bekommen, das ist ihr gutes Recht. Bringen Sie den Mann umgehend in die Direktion. Sorgen Sie dafür, dass er außer mit einem Anwalt mit Niemanden spricht.", befahl der Polizist und deutete mit seinem Daumen über die Schulter. Ein Nicken bestätigte das Kommando und Herr Schmidt wurde etwas unsanft von zwei der Polizisten aus der Wohnung befördert. "Die Kriminaltechnik soll die Wohnung durchsuchen und Alles sicherstellen! Computer, Handy, Rechnungen ... stellen sie die Wohnung auf den Kopf!"

      Nahezu zeitgleich zum Zugriff in der Wohnung im Süden Varstadts kam nes zu weiteren ähnlichen Operationen im gesamten Stadtgebiet und einigen Umliegenden Gemeinden. Die Generalstaatsanwaltschaft in Boonel hatte mehr als ein Dutzend Haftbefehle ausgestellt und mit Hilfe der Bundespolizei die Vollstreckung von nahezu Allen erreicht.


      +++ 10.10.2019 - 4:45 Uhr | Moordorf - westlich von Varstadt +++

      "Bleiben Sie stehen Politi!", schrie der Polizist und rannte hinter dem Mann die dunkle Straße hinterher. Im folgten zwei weitere Beamte, welche sich von ihren Sicherungsfahrzeugen gelöst hatten um ihren Kollegen zu unterstützen. Der Verdächtige hatte die Spezialeinheit kurz vor ihrem Eindringen in seine Wohnung eher zufällig bemerkt als er auf Toilette war und über dieses Fenster in den Innenhof gesprungen und dies in faktisch in die Arme des Polizisten. Sichtlich überrascht hatte er den Mann jedoch nicht festgehalten und einen Augenblick benötigt zu realisieren was gerade passiert war. Die Schritte hallten zwischen den Häusern als der Mann direkt auf den Ortseingang zu lief. Er bog nach dem letzten Haus sofort nach links ab, sprang über einen Graben und rannte über ein Feld in Richtung Wald. Die Blaulichter erhellten die Dunkelheit als einer der Streifenwagen mit quietschenden Reifen neben ihm zum Stehen kam. Einer der Polizisten stolperte in den Graben, denn er selbst kannte die Ortslage nicht und war als Bereitschaftspolizist nur unterstützend hinzugezogen worden. Nun umfing den Mann die Dunkelheit als er in den Wald entschwandt. Die Polizisten folgten ihm noch einige Meter in den Wald, mussten dann jedoch abbrechen, da sie seine Spur verloren hatten. "Victor Zwölf Drei hier. Haben Verdächtigen verloren und bitten um Untersützung. Wir brauchen die Hunde hier!", funkte der Polizist vollkommen außer Atem und wurde durch das Knattern von Rotoren unterbrochen. Ein Hubschrauber, welcher sich die gesamte Zeit im Hintergrund gehalten hatte begab sich im Position und suchte den Waldrand mit einem starken Suchscheinwerfer ab, jedoch auch ohne einen wirklichen Erfolg.
      +++ 21.11.2019 - 8:00 Uhr | Palast des Hærmann +++

      Nordsoon war bereits seit zwei Stunden auf den Beinen, hatte seine morgendliche Laufrunde absolviert, war duschen und saß nun im Wintergarten und blickte auf den frisch gefallenen Schnee. Auf einem der Wege konnte er zwei der Gardsoldaten sehen, gekleidet in die schweren grauen Wintermäntel. Die Bärenfellmützen waren weiß vom noch immer fallenden Schnee und er selbst nahm einen Schluck Tee. 'Jang Schwarztee aus Asua. Etwas worum uns die Welt beneidet.', dachte er sich und stellte die Tasse wieder ab und nahm die Zeitung wieder nach oben.

      "Na Du hast es hier ja warm und gemütlich!", erklang die Stimme von Malte Lonmaan, dem Außenminister, als er zu ihm trat. "Ja, das Privileg des Hærmann.", antwortete Nordsoon lächelnd. "Neuigkeiten? Achso, nimm doch Platz. Eine Tasse Tee?" Lonmaan nickte und schenkte sich eine Tasse ein bevor er sich setzte. "Die Resolution wurde durch die Regierung Lusitzchiens abgelehnt." Sein Gegenüber nickte etwas gedankenverloren und blickte erneut nach draußen. "Also nur noch eine Frage der Zeit bis eine Resolution verabschiedet wird, die militärische Mittel ermöglicht." "Ja so sieht es wohl aus. Ein Krieg scheint nicht mehr abwendbar. Und damit wahrscheinlich ein zweites Mondego." Nordsoon wandte seinen Blick nicht ab und fragte: "Machen sich andere Staaten schon bereit?" "Nicht in Westeuridika, außer die Waräger. Aber die sind ja ohnehin schon vor Ort. Über Weiteres haben wir keine Informationen. Aber es würde mich nicht wundern, wenn Lusitzchien seine Verteidigung vorbereitet. Ein militärisches Eingreifen wird viele Menschenleben fordern, welche damit Nichts zu tun haben. Soldaten und Zivilisten aller Beteiligten."

      Erneut trag Nordsoon einen Schluck Tee. "Das ist es was ich fürchte. So undurchsichtig die Lage vor Ort ist, so wahrscheinlich ist eine Materialschlacht wie in Mondego. Es werden Tausende sterben und ich will keine Witwen oder Witwer in unserem Land besuchen müssen." "Wie sollen wir uns in der Sitzung verhalten?" "Unser Entwurf ist abgelehnt worden. Daher werden wir uns ruhig verhalten. Aber wir werden keiner militärischen Lösung zustimmen solange noch die Möglichkeit für Gespräche besteht!" Lonmaan nickte zustimmend und blickte nun ebenfalls nach draußen. Das würde ein hartes Stück Arbeit ... und dies hofentlich nicht umsonst.
      +++ 31.12.2019 - 6:30 Uhr | Marinehafen Strijen +++

      Es war früh am Morgen, die Sonne gerade so am Horizont als schmaler Streifen Helligkeit zu erahnen, als man die Leinen löste. Langsam schob sich das Boot vom Pier weg und die Taue wurden an Bord gezogen. Der Orlogskaptein blickte auf seine Uhr und dann durch die geöffneten Panzerfenster auf die Hafeneinfahrt, welche sich vor ihnen öffnete. Die X-555 war das erste neue Schnellboot seiner Klasse und diente im Moment noch als Testträger. So waren neben den Maschinen bereits die elektrischen Systeme eingebaut und man erfreute sich auch an der wolligen Wärme der Heizung. Das Außenthermometer auf der neuen und zum Großteil digitalen Konsole vor ihm zeigte minus vier Grad Celsius an, doch hier drin herrschten angenehme 21°C.

      Nachdem man den Hafen verlassen hatte beschleunigte man auf 20 Knoten und schlug einen Kurs nach Westen, in Richtung hohe See ein. Der Rumpf lag ruhig im Wasser, erstaunlich für ein Boot mit knap 70 Metern länge und einem vergleichsweise hohen Tiefgang. Die Aufbauten waren so niedrig wie möglich gestaltet und Gewichte simulierten eine eingerüstete Bewaffnung. In den letzten Wochen war das Boot immer wieder ausgelaufen um Testfahrten zu absolvieren. Heute wollte man die Maschinenanlage ausfahren und prüfen ob diese den Anforderungen entsprach.

      Der Kommandant nickte dem Maschinenmaat ruhig zu und machte eine Handbewegung um zu zeigen, dass er nun auf Höchstgeschwindigkeit beschleunigen sollte. Dies geschah just in dem Moment als man das gesperrte Manövergebiet der Marine erreichte. Man spürte den Druck der Gasturbine, als diese in den Antriebsstrang eingeklingt wurde und die Geschwindigkeit auf der Anzeige erhöhte sich erheblich. 25 Knoten, 30 Knoten und schließlich 35 Knoten. An dieser Stelle wurde die Maschinenanlage zur Sicherheit abgeregelt, konnte jedoch theoretisch manuell überschrieben werden. Doch man wollte das Schiff im Moment innerhalb der Spezifikationen testen. Als das Boot nun auf die höheren Wellen der winterlichen euridischen Westsee trafen schlug Gischt über das Vordeck, floss jedoch wie geplant sehr schnell zu den Seiten ab. Zwei Ingenieure hatten die Anzeigen die gesamte Zeit im Auge und kurzzeitig geriet die Maschine immer wieder in einen roten Drehzahlbereich. Sie notierten dies und würden es wohl an die Werft weitergeben um die Einstellungen der Kraftübertragung prüfen und gegebenenfalls ändern zu lassen.

      Insgesamt dauerte der Testlauf knapp vier Stunden und man beschleunigte immer wieder, bremste ab und fuhr Zick-Zack-Manöver um die Seefestigkeit auszutesten. Bis auf einige kleine Unstimmigkeiten, so zum Beispiel ein Geschirrschrank, welcher den Bewegungen in der Küche nicht standhielt, oder eine Befestigung für Rettungsmittel, welche sich löste, hielt das Boot Allem stand. Es war ein erfolgreicher Wintertag im Jahr 2019 und ein Grund mehr den Jahreswechsel zu feiern.
      +++ 27.01.2019 - 11:00 Uhr | Deich Nördlich von Boonel +++

      "Zumindest haben sie den Luftraum für die Ice Patrol freigegeben.", sagte Thea Gustavson. Nordsoon nickte unmerklich und konzentrierte sich ein wenig um nicht aus dem Tritt zu kommen. Beide waren hier um mit der weestlandischen Regierung am heutigen Tage die Situation zu besprechen. Dennoch ließen sie es sich nicht nehmen gemeinsam zu Joggen. "Haben wir schon Einbußen zu verzeichnen?", fragte der Hærman nach. "Nicht wirklich. Der normale Verkehr nach und von Astoria läuft über die Schiene und die Straße. Auch die Warentransporte bis nach Warägien laufen darüber. Daher hat auch kaum Jemand protestiert." "Was ist mit den Fluglinien?" "Naja, ich habe gestern mit dem Geschäftführer der Nørsk Airlines telefoniert. Er hat sich nicht unbedingt glücklich geäußert. Sie müssten die Preise für Flüge ins östliche Euridika anheben, da sie ja einen Umweg machen müssen. Flüge nach Voorlant oder Warägien sind nicht beeinflusst. Der Umweg der Wasserflugzeuge über offene See hat kaum einen Einfluss. Da die Nørsk Airlines keine Niederlassung in Astoria betreibt und wie schon gesagt sie nur zwei Flüge pro Woche dort hin anbietet ist es nicht so schlimm. Aber auch astorische Fluglinien dürfen ja Weestland nicht anfliegen und die Waräger und eigentlich Alle. Mich wundert ein wenig das da nicht Keiner was gesagt hat. Wobei viele Fluglinien auch über Achtland fliegen inzwischen, soweit ich weiß.

      Naja egal. Die restlichen Verkehrswege sind weiterhin frei."
      , fügte sie noch an als Beide vom Deich herunter auf einen Weg einbogen. "Ja Ylvar hat mich bereits unterrichtet, dass die Kontrollen an der Grenze sich inzwischen eingespielt haben. Menschen mit Arbeitsvisum werden an getrennten Schaltern abgefertigt und der Grenzschutz hat weitere Mitarbeiter für den Güterverkehr abgestellt. Wenn die neuen Grenzübergänge geöffnet sind wird es auch die Hauptübergänge entlasten." "Ein Wehrmutstropfen ist, dass wir eine Abwanderung in Meereland verzeichnen. Laut den Informationen, welche mir vorliegen haben einige Unternehmen beschlossen noch in diesem Jahr Außenstellen in Varstadt zu schließen. Sie fürchten wohl Ziel von Represionen und Angriffen durch die Befreiungsfront zu werden." Nordsoon schniefte etwas verächtlich: "Ja, hab ich auch schon mit Ylvar besprochen. Seitdem wir die grüne Grenze dicht gemacht haben ist es ruhig geworden. Keine Übergriffe, keine Anschläge oder sonst irgendwas. Er vermutet sie wollen ausloten ob wir Astoria nachgeben und die grüne Grenze wieder öffnen."

      "Wolltet ihr da nicht Gespräche führen?", fragte Gustavson etwas überracht nach. "Ach hör bloß auf. Auf dem Flughafen hat es gebrannt, deren Maschine wurde falsch umgeleitet und nun sind sie verstimmt. Ich habe persönlich jede Schuld auf mich genommen für den Vorfall aber im Moment sind sie wohl nich daran interessiert die Lage zu ändern." "Klingt jetzt für mich nicht, als wären die wie so oft beschworen an einem friedlichen Westeuridika interessiert." "Ja das finde ich nicht verwunderlich. Immerhin kommt es ihnen ja gelegen und sie präsentieren sich als Opfer der bösen Voorlanter die einfach die Grenze zu machen. Dass es nicht so ist wie sie es darstellen, es notwendig war und das die Überquerung der grünen Grenze gegen ihre eigenen Gesetzte verstößt blenden sie komplett aus. Aber egal, wie dem auch sei. Wenn sie sich so verhalten wollen, dann lassen wir sie. Mitte des Jahres ist der Grenzzaun fertig, die Grenzübergänge schon früher." "Naja, wenn sie das so weiter machen wollen ist das ja ihre Sache.", sagte sie und lächelte als Beide vor dem Hotel zum stehen kamen.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Republik Yarkant“ ()

      +++ 11.02.2020 - 11:30 Uhr | 200 Kilometer südlich der Voorlantischen Küste +++ Strengt Hemmelig +++

      "Hammer Eins an Hammerfall haben Zielgebiet erreicht, Höhe. Erbitten Bestätigung für Abfangpunkt!", gab der Pilot ruhig in sein Helmmikrophon und setzte seine Atemmaske schon einmal auf. Die komplett in Schwarz gestrichene F-14 hob sich von den umliegenden hellen Wolken deutlich ab. Stark modifiziert sollte sie heute einen ersten Test durchführen, ob das neue Waffensystem so funktionierte, wie es geplant war. "Hammerfall für Hammer Eins, bestätige. Folgen Sie Pfad Zwo-Vier-Drei auf 85.000 Fuss. Freigabe hiermit erteilt, Luftraum ist frei." "Dies ist verstanden, Pfad Zwo-Vier-Drei auf 85.000 Fuss.", bestätigte der Pilot, zeigte mit seinem Daumen nach oben und erhielt in seinem Spiegel eine identische Rückmeldung seines Waffenleitoffiziers. Er schob den Schubhebel ruhig nach vorn und ließ die Tragflächen einfahren und zog vorsichtig den Steuerknüppel nach hinten.

      Ruhig beobachtete er den Höhenmesser, welcher immer weiter stieg. 18.000 Meter, 20.000 Meter, 22.000 Meter, 24.000 Meter drehte sich die Nadel in ihrem Gehäuse. "Back, Feuerbereitschaft in T minus zehn." Er zählte bis Null herunter und sein Feuerleitoffizier löste den Flugkörper unter dem Rumpf aus. Die Status LED sprang von Blau auf Grün und die Rakete löste sich vom Rumpf, während der Pilot die Maschine ruhig nach hinten kippen ließ. Der Antrieb der Rakete startete, schob sie leicht nach vorn und erstarb umgehend wieder. Erneut erwachte er nach einigen Sekunden, jedoch nur um dann erneut und entgültig abzuschalten. Im Cockpit wechselte die grüne LED auf einen roten und blinkenden Status. "Hammer Eins an Hammerfall, Fehlfunktion im Flugkörper. Antrieb zündet nicht." Durch eine seitliche Bewegung hatte er den Flugkörper beobachtet und erkannt, dass etwas nicht stimmte. Um einen möglichen Zusammenprall zu verhindern entfernte er sich, sank weiter und drosselte die Geschwindigkeit.

      In der Zentrale warf der Leitoffizier wütend den Kopfhörer auf den Tisch: "Verdammt noch eins!", fluchte er laut und blickte dann die beiden Ingenieure an: "Sammeln Sie noch Daten?" "Ja, die Rakete sendet noch. Sie sinkt rapide und wird ins Meer fallen." "Geben Sie mir die 'Suedkap'. Die sollen den Flugkörper, oder was davon übrig ist einsammeln.", befahl er sichtlich zähneknirschend. Der Flugkörper hatte bisher, in Höhen bis 20.000 Meter einwandfrei gestartet. Vielleicht war es der veränderte Luftdruck, die Temperatur oder ein anderer technischer Fehler, welcher diesen Test verhinderte. Doch sie würden bald einen neuerlichen Test durchführen können, denn man hatte noch weitere dieser Flugkörper gebaut. Doch vorher musste man die Ursache herausfinden und so verhindern, dass dies noch einmal passierte.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Republik Yarkant“ ()

      +++ 19.02.2020 - 08:00 Uhr | Marinehafen Noorfeastta +++

      "Beide Langsam!", befahl der junge Kapteinløytnant und hatte die Augen weiter auf den Bereich vor seinem Boot gerichtet. Er stand auf der Backbordnock der Kommandobrücke und konnte hier nicht nur den Rumpf seines neuen Bootes überblicken, sondern auch den Bereich auf der Backbordseite. Langsam und ruhig schob sich das Torpedoboot aus dem Marinehafen der voorlantischen Hauptstadt und folgte damit zwei anderen Booten des gleichen Typs. Hinter ihm folgte das vierte der in diesem Monat neu in Dienst gestellten Schnellboote der voorlantischen Marine. Sie alle bildeten das völlig neu entstandene 1. Hurtigbåtskvadron, also das Schnellbootgeschwader, welches seine Heimat in der westlandischen Marinebasis Strijen haben sollte. Nach einer Verzögerung im Bau wurden die Boote erst am gestrigen Abend in einer offiziellen Zeremonie, unter Anwesenheit der First Lady Voorlants, feierlich in Dienst gestellt.

      Am heutigen Mittwoch verlegte die gesamte Einheit geschlossen nach Weestland und begleiteten dabei das Transportschiff Haflinger, welches neues Material für die Einheiten in Wesstland an Bord hatte. Da eine Aufgabe der Schnellboote auch der Geleitschutz sein sollte, hatte man beschlossen den Transport direkt als erste Übungseinheit zu nutzen. Die Besatzungen waren von anderen Einheiten, vornehmlich den Kanonenbooten und Linienschiffen abgezogen und in den letzten zwei Monaten weiter gebildet worden um diese neuen Einheiten zu bemannen. Bisher hatte die voorlantische Marine keine Schnellboote, daher musste man auf Informationen und Erfahrungen anderer Marinen zurück greifen. So wurde zum Beispiel ein Ausbildungshandbuch der warägischen Marine für die Küstenkriegsführung und den Einsatz von Küstenschutz- und Schnellbooten aus den achtziger Jahren genutzt. Wenngleich es an die Gegebenheiten angepasst werden musste, so hatten sich die Grundlagen nicht geändert.

      Mit einem geübten Blick prüfte der Kapteinløytnant die Lage und das sein Boot die Hafeneinfahrt verlassen hatte und ging dann auf die Brücke, die Tür direkt wieder nach sich schließend. Es war noch immer Winter und ein eisiger Wind bließ von Norden über Voorlant. In der von Eisbrechern freigehaltenen Fahrrinne müssten sie noch knapp fünf Kilometer zurück legen, bevor sie offene See erreichten. Auch wenn die Boote keinen Eisrumpf besaßen, so war dieser verstärkt und konnte den Zusammenstoß mit kleinen Eisschollen unbeschadet überstehen. "Beide Halb!", befahl er ruhig als er die Jacke ablegte und an einen Haken im hinteren Bereich der Kommandobrücke hängte. Danach nahm er auf seinem Stuhl in der Bitte Platz, stellte ihn kurz ein und blickte dann über die Konsolen. Statt nur der klassischen analogen Anzeigen waren auch mehrere LCD-Bildschirme verbaut und das Design und die Ergonomie der Brückenarbeitsplätze war wesentlich moderner als auf dem Kanonenboot, auf welchem er bisher gedient hatte. Dies war sein erstes Kommando und er war stolz als einer der Männer ausgewählt worden zu sein, ein solch neues und modernes Boot zu führen. Auch wenn er, wie die Meisten an Bord, nicht wirklich daran interessiert war in einen wirklichen Kampfeinsatz verwickelt zu werden, so würde er seinen Dienst nach bestem Wissen und Gewissen erfüllen. Eine erste Übung, bei der er die Leistungsfähigkeit seiner Besatzung testen konnte, war die Verlegung nach Strijen. Er würde sehen ob sie sich dabei bewährten.
      +++ 10.03.2020 - 07:30 Uhr | Palast des Hærmann - Noorfeastta +++ Strengt Hemmelig +++

      Nordsoon raufte sich die Haare als er die Antwort der Astorischen Botschaft durchlas und stützte seinen Kopf auf seinen Händen ab. Der Zettel lag direkt vor ihm auf dem Schreibtisch und eine gefühlte Ewigkeit sagte er Nichts. "Was sollen wir machen?", fragte er Sisoulith, welcher ihm gegenüber am Schreibtisch saß. "Am liebsten dem Botschafter die Akkreditierung entziehen und ihn raus werfen." Der Hærmann blickte auf und lehnte sich in seinen Sessel zurück um seinem Außenminister ins Gesicht zu blicken, welcher nun abwinkte und lachte: "Aber das würde Nichts bringen. Ich würde vorschlagen wir senden ein Dankesschreiben und lehnen höflich ab." "Und dann?" Sisoulith zuckte mit den Schultern: "Dann lassen wir der lieben Seele Ruhe und tun nichts. Sollten offizielle Anfragen kommen, so werden wir sie selbstverständlich beantworten. Wenn nicht dann belassen wir es dabei." Nordsoon tippte sich mit dem Zeigefinger auf den Mund wärend er überlegte. Monatelang hatten die Astorier die Astorische Befreiungsfront ignoriert und es zu einem internen Voorlantischen Problem erklärt. Vielleicht sollte man es wirklich so handhaben.

      "Was machen wir wegen der Fehlinformationen durch das astorische Staatsfernsehn Ylvar?", fragte er den ebenfalls anwesenden Innenminister. "Nun, ich habe mit Herrn Kaufmann und der astorischen Gemeinde gestern gesprochen. Sie haben darum gebeten zu erlauben, dass sie ihren Lokalsender des Astorischen Rundfunk erweitern dürfen um Voorlant weit und auch bis nach Astoria senden zu können. Sie sind, ob der gezielten Falschinformationen die von der ARRF verbreitet und der Regierung anscheinend aufgenommen werden, sehr besorgt. Allerdings haben sie Informationen von Verwanden aus Astoria erhalten, dass die Informationen nicht in allen Teilen der Bevölkerung geglaubt werden. Er selbst wird noch in dieser Woche wohl mit seinen Kontakten dort telefonieren." Nordsoon nickte zustimmend und legte die Arme auf den Lehnen seines Sessels ab: "Das sollen sie alles tun. Dann werden wir erst einmal die Kontakte mit Astoria ruhen lassen. Der Grenzverkehr hat sich ja normalisiert und die Kontrollen scheinen ihre Wirkung zu zeigen." "Ja, die Befreiungsfront scheint einige Nachschubprobleme zu haben. Wir werden sehen was sie machen in Zukunft. Auf jeden Fall gab es keine neuerlichen Angriffe oder Aktionen von deren Seite."

      Dann wandte er sich wieder seinem Außenminister zu. "Wie sieht das Thema Warägien aus? Seit dem Zerwürfnis durch deinen Vorgänger haben wir ja kaum mit denen gesprochen." "Ja, siehst Du das wollte ich mit dir besprechen. Ich würde gerne meine erste Auslandsreise nach Warägien machen. Auch als Antrittsbesuch. Und ich würde mich gerne offiziell, auch in deinem Namen entschuldigen." Nordsoon grummelte ein wenig in sich hinein und Sisoulith bemerkte dies durchaus. "Ich weiß es ist nicht optimal. Aber es sind unsere engsten Verbündeten und wir haben ein gemeinsames Historisches Erbe. Also, spring über deinen Schatten." Der Hærmann schwieg kurz und nickte dann erneut: "Ja, meinetwegen. Ich werde noch einen Brief dazu schreiben. Es macht keinen Sinn weiter zu grollen. Hoffen wir Ragnar und Lagertha nehmen die Entschuldigung an und sehen es ähnlich." "Ich denke die Unterstützung beim Lawinenunglück könnte sich hier ebenfalls positiv auswirken." Antwortete der Außenminister.

      Die Männer besprachen noch weiter, nicht so wichtige Themen und gingen dann ihrer täglichen Arbeit nach.

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von „Republik Yarkant“ ()

      +++ 31.03.2020 - 06:30 Uhr | Zentraler Luftgefechtsstand - 15 Kilometer östlich von Boonel +++ Strengt Hemmelig +++

      "Ja Sir. Nein Sir. Verstanden Sir!", antwortete der Offizier bevor er den Hörer wieder auflegte und kurz durchatmete. "Alles in Ordnung Herr Oberstløytnant?", fragte einer der Soldaten und wurde mit einem tiefen Seufzer als Beginn der Antwort bedacht: "Der IASO Weltraumschrott scheint uns wohl bald auf den Kopf zu fallen. In der Region um Aken irgendwo wohl." Der Soldat blickte etwas verdutzt: "Haben die uns etwa Bescheid gesagt?", fragte der Soldat verblüfft. "Naja, mehr oder weniger. Angeblich konnten die Niemanden erreichen können. Wahrscheinlich haben sie sich verwählt, haben sie ja auch bei der letzten Wahl zu deren Vorsitzenden." Ein zweiter Soldat prustete und musste husten, da er gerade einen Schluck Kaffee getrunken hatte und wurde nun ebenfalls ausgelacht. "Contenance Korporal!", sagte der Offizier mit einem Schmunzeln.

      "Wie dem auch sei, haben wir eine Info auf den Radarsystemen?", fragte er nach und blickte auf den Hauptbildschirm an der Wand, welcher alle globalen Informationen des 'Strategisk Lucht Forsvars System' anzeigte. Der Soldat tippte einige Kommandos ein, änderte die Ansicht und zeigte die Satelliten an, welche in einer Umlaufbahn bis 700 Kilometern Höhe durch das System erfasst wurden. Einer stach heraus, da seine Umlaufbahn erheblich tiefer war als die der Anderen. "Diesen haben wir seit geraumer Zeit immermal im Visier, das könnte er sein. Die Station Einmana hat ihn im Moment erfasst. Es wirkt so als wäre die Bahn auch sehr unkontrolliert und er würde rotieren. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass dies der Übeltäter ist. Wir haben ja keine Daten der IASO erhalten oder?" "Nein, aber gehen wir mal davon aus er ist es. Berechnen Sie den Kurs soweit wie möglich voraus, inklusive der abnehmenden Flugbahn.", sagte er zu einem zweiten Soldaten, welcher den Befehl mit einem kurzen Nicken bestätigte.

      Es dauerte einige Minuten bis die Rechner die Informationen verarbeitet hatten und eine rote, gestrichelte Linie zeigte die berechnete Flugbahn voraus, sollten die gesammelten Daten stimmen. "Also wenn Alles so ist wie wir es berechnen wird er irgendwo im Bereich zwischen der Warägischen Union, Astoria und vielleicht Weestland herunter gehen. Aber das ist keine feste Voraussage. Es könnte passieren, dass er beim Eintritt in die Atmosphäre vollständig verglüht, oder nur zum Teil. Es kann auch passieren, dass er mit Etwas kollidiert oder Auseinander gerissen wird. Je nach dem vergrößert oder verkleinert sich die betroffene Fläche. Wenn man von der valhonischen Aussage ausgeht, dass er um Aken herunter geht, gehen die wohl davon aus er verglüht nicht vollständig. Dazu kommt, dass ich kein exaktes Datum voraus sagen kann wann der herunter kommt. Nur einen ungefähren Zeitraum."

      Der Offizier grübelte ein wenig und kratzte sich am Hinterkopf. "Die Batterie Doeckel ist mit VASAMS 2 ausgestattet, oder?" "Ja Sir." "Versetzen Sie die Batterie in Gefechtsbereitschaft. Sollten Teile, die eine Größe haben um erhebliche Schäden zu verursachen herunter kommen, dann sollen sie sie über unserem Hoheitsgebiet abfangen. Lassen sie die Batterie die Verbindung mit dem System 608 herstellen." Er pausierte kurz und fügte dann noch an: "Informieren Sie die zivile Flugüberwachung und teilen sie ihnen mit, dass der Korridor zwischen Ospijel und Huuran von Nord nach Süd acht Stunden vor und acht Stunden nach dem berechneten Eintritt für den Luftverkehr gesperrt sind. Sie sollen die Fluzeuge dann umleiten." "Jawohl Herr Oberstløytnant!", war die Antwort, welche wie aus der Pistole geschossen kam.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „Republik Yarkant“ ()

      +++ 22.06.2020 - 10:00 Uhr | Palast des Hærmann - Noorfeastta +++ Strengt Hemmelig +++

      Der Hærmann legte die Zeitung bei Seite und setzte seine Lesebrille ab. Er rieb sich den Nasenrücken und überblickte dann, vonn seiner Terasse den Part des Palastes. "Wie ist die aktuelle Lage. Wie viele Voorlanter sind in dauerhaft Astoria?", fragte er ohne seinen Außenminister anzusehen. Dieser setzte mit einem leisen Klirren die Kaffeetasse wieder auf die Untertasse und überlegte kurz. "Wenn man den vorliegenden Informationen glauben kann etwa 200. Etwa 180 davon sind allerdings Pendler oder LKW-Fahrer und somit nicht permanent dort. Die restlichen 20 gehören zu Unternehmen die dort Niederlassungen betreiben." Nordsoon nickte. "Wie sieht es wirtschaftlich aus?", fragte er in die Runde der Anwesenden weiter.

      Thea Gustavson blickte kurz auf ihre Notizen: "Das Außenhandelsvolumen hat, seit der Sperrung des Luftraumes, erheblich abgenommen. Lagen wir davor noch bei etwa 920 Millionen VS-Dollar im Jahr, so liegt es aktuell bei nur noch knapp 100 Millionen VS-Dollar. Der Luftverkehr von und nach Weestland über astorisches Staatsgebiet ist komplett weg gefallen. Nørsk Airlines hat die Standorte Ende April geschlossen, alle Technik abgezogen und alle lokalen Mitarbeiter entlassen. Dazu kommt, dass viele Speditionen, aufgrund der angespannten Lage, Astoria durch ihre LKW ebenfalls nicht mehr anfahren. Sie konzentrieren sich auf das restliche Kontinental-Euridika. Reiseunternehmen haben ihr Angebot ebenfalls herunter gefahren, da die Nachfrage nach Reisen ins Königreich auf nahezu Null gefallen sind." "Gibt es positive Nachrichten?", fragte er nach. "Ja, trotz dieser Einbrüche hat sich die Wirtschaftsleistung Weestlands kaum verringert. Die Unternehmen haben sich andere Absatzmärkte erschlossen. So reisen die Bürger jetzt verstärkt nach Warägien oder Arkadien. Auch Wolkowien und Theomedia sind, aufgrund der historischen Orte und der guten Hotelinfrastruktur in den Fokus gerückt. Den Menschen ist es egal ob sie in Astoria wandern gehen oder in Warägien, auch wenn es etwas weiter weg ist. Auch konnte der Warentransport über den Seeweg in die Volksunion um knapp 50 Prozent wachsen. Die Reedereien und Speditionen arbeiten dabei enger zusammen."

      Eine gewisse Zufriedenheit machte sich auf Nordsoons Gesicht breit. Es war kaum ein Problem gewesen, dass Astoria seine Aktionen gegen Weestland gestartet hatte. Außenpolitisch war das Königreich so glaubhaft wie eh und je, nämlich nahezu garnicht. Die Weestlandischen Unternehmen waren schon immer erfindungsreich und in der Lage auf Herausforderungen zu reagieren. Die Astorische Wirtschaft war etwas behäbiger, aber das war ja nicht sein Problem. Da die astorische Führung nicht gewillt war den Luftraum wieder frei zu geben, würde man nun reagieren. Immerhin hatte man lange genug gewartet und versucht die Situation zu klären. Doch da sich die astorische Führung weiterhin wie beleidigte Kinder benahm, deren Forderungen man nicht erfüllte, war dies kaum möglich.

      "Gut, beginnen sie die diplomatischen Beziehungen herunter zu fahren. Informieren sie alle Unternehmen, die weiterhin in Astoria Geschäfte machen, dass wir dies tun und empfehlen sie ihnen sich mehr nach anderen Absatzmärkten umzusehen. Ich gehe zwar nicht davon aus, dass das astorische Königreich darauf reagieren wird, aber wir werden sehen. Das Sommermanöver wird wie angekündigt stattfinden. Die Grenze ist gesichert und wir sind in der Lage den Schmuggel noch weiter einzudämmen. Thea, ich möchte von dir eine Liste mit möglichen Maßnahmen, die man im Gegenzug für die anhaltende Sperrung des Luftraumes durchführen könnte. Wir entscheiden Dann Ende des Monats was wir genau machen."
      +++ 29.06.2020 - 15:00 Uhr | Palast des Hærmann - Noorfeastta +++ Strengt Hemmelig +++

      "Sie haben die Grenzen geschlossen!", sagte Tyr Sverdmann laut als er Terasse betrat. Ihm folgten zwei Offiziere des Generalstabs und der Chef der Nationalpolizei. Auf der Terasse selbst saßen der Hærmann sowie der Innen- und der Außenminister. Nordsoon blickte den Außenminister an, welcher nur nickte. Sverdmann stockte kurz und blickte die Anwesenden an: "Ihr habt genau das erwartet." Doornemann, der Innenminister nickte zustimmend: "Es war unsere Annahme, dass das Königreich so reagieren würde. Es hat nicht viele Optionen und mit der Grenzschließung versucht es sich als Opfer darzustellen." "Hätten sie Gesprächsbereitschaft signalisiert, von sich aus, hätte der astorische Generalstab dies eventuell als Schwäche abgetan. Der Generalstab hat hohen Einfluss in Astoria und könnte dies zum Anlass nehmen regulierenden einzugreifen.", erklärte der Außenminister weiter. "Und was tun wir jetzt?" Nordsoon lehnte sich in seinem Sessel zurück und umfasste seine Tasse, gefüllt mit heißem Kaffee mit beiden Händen. "Am Wichtigsten uns nicht provozieren lassen. Die Schritte, die wir eingeleitet haben waren längst überfällig, das dürften die anderen Regierungen auf Euridika ähnlich sehen."

      "Ich würde vorschlagen wir lassen die Grenze offiziell weiter geöffnet. Die Grenzanlagen sind fertig gestellt und können lückenlos überwacht werden. Allerdings kann die Grenzpolizei nicht darüber hinaus schauen." "Aber die Luftwaffe.", antwortete der Verteidungsminister. "Was schwebt dir vor?" "Schweben ist das richtige Wort. Wir bringen zwei Drohnen nahe der Grenze in die Luft. Ihre elektronischen Systeme können weitgenug in astorisches Gebiet schauen um Truppenbewegungen zu erkennen. Sollten sie offensive Operationen vorbereiten erkennen wir das. Und wir verstärken die Aufklärung am Boden, von unserer Seite der Grenze aus." Die Männer nickten einander zu und begannen die Details zu besprechen. Man wollte keine Angriffe provozieren, aber Astoria sollte durchaus wissen das man es beobachtete.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „Republik Yarkant“ ()

      +++ 29.06.2020 - 18:00 Uhr | Süd-Westelich von Ospijel +++ Strengt Hemmelig +++

      Langsam schob sich die TF.1520 in ihre vorgesehene Position. Die insgesamt sechs Motoren und das eingerüstete Navigationssystem sorgten dafür, dass das Luftschiff seine Position knapp acht Kilometer von der Grenze in etwa 4.500 Metern Höhe hielt. Das Synthetic Aperture Radar, welches in der Kuppel unter dem Rumpf montiert war, sowie die verschiedenen elektronischen Aufklärungsinstrumente nahmen ihre Arbeit auf und begannen weit auf Astorisches Gebiet, mehr als 100 Kilometer um genau zu sein, vorzulauschen und Bodenziele verfolgen. Gleichzeitig wurden auch die beiden Augen, zwei hochauflösende Augen aktiviert von zwei Operatoren am Boden auf mögliche Ziele in Grenznähe gerichtet. Nahezu zeitgleich brachte man, genau so weit entfernt von der Grenze, auf der Höhe Huuran eine weitere TF.1520 in Position. Durch diese beiden Systeme war man in der Lage die gesamte Grenze am Boden zu überwachen, wobei die Daten von Bodenstationen nahe der Hauptstadt ausgewertet und entsprechend weiter gegeben wurden.

      +++ 29.06.2020 - 18:05 Uhr | Westlich von Varstadt +++ Strengt Hemmelig +++

      Tief in den von Sumpf durchzogenen Wäldern des nördlichen Weestland war eine kleine Kolonne in dem typischen dunkelgrün der voorlantischen Streitkräfte unterwegs. Neben zwei Bul 4x4, einem Lastbil 85 und zwei Ilder gehörten zwei Skilpadde 90 mit einer SIGNIT-Ausstattung zur Gruppe. Unweit der Grenze, etwa fünf bis sechs Kilometer entfernt erwarteten bereits andere Soldaten der Pioniertruppe die Fahrzeuge. Sie hatten mit zwei Ingenjörbandvagn 2 Stellungen ausgehoben und bereits mit der Tarnung dieser begonnen um sie für die Einheit der Aufklärungstruppe vorzubereiten. Die Offiziere saßen ab und ließen sich mit einer kurzen Skizze zeigen wo und wie die Stellungen angelegt waren. So schnell es ging ließ man die Besatzungen die Vorbereitungen treffen mit ihren Fahrzeugen in die Stellungen einzurücken. Die zwei Skilpadde 90 wurden in Entfernungen von vier Kilometern und geschützt von je einem Bul in Stellung gebracht, im Zentrum wurde der Gefechtsstand eingerichtet. Wie so oft in der Ausbildung geübt und nahezu jeden Handgriff perfekt beherrschendt, wurden Kommunkationsleitungen entsprechend gelegt, Richtfunkantennen angebracht und Tarnnetze über die Fahrzeuge gespannt. Schlussendlich, nachdem alle Stationen Einsatzbereitschaft meldeten und die Alarmposten ihre Stellungen bezogen hatten, wurden die Antennen der beiden Skilpadde 90 ausgefahren. Langsam und nahezu lautlos erhoben sie sich nur wenig über die Baumwipfel. Durch ihre Form und Farbe waren sie kaum von den umliegenden Baumkronen zu unterscheiden, doch sie war in der Lage bis zu vierzig Kilometer weit nach Astoria hineinzuhorchen.
      +++ 01.07.2020 - 15:00 Uhr | Palast des Hærmann - Noorfeastta +++ Strengt Hemmelig +++

      "Sie haben bereits mehrfach unser Hoheitsgebiet mit ihren Flugzeugen tangiert. Nicht viel, ein paar Hundert Meter bis zu einem Kilometer.", erklärte der Verteidigungsminister den anderen Regierungsmitgliedern in der Videokonferenz. "Können wir das nachweisen, auch das es militärische Maschinen sind?" "Selbstverständlich, die Radaranlagen, zivil und militärisch verfolgen den Luftverkehr entlang der Grenze. Bei den Maschinen handelt es sich, laut den Daten wohl um Aufklärungsflugzeuge", antwortete er auf die Frage des Hærmann. Dieser blickte die anderen Minister an: "Rein rechtlich wäre dies bereits ein Grund für die Feststellung des Verteidiungszustandes." "Wenn wir das tun, dann werden die Astorier in Weestland einmarschieren.", gab der Außenminister zu bedenken. Die anderen Minister nickten zustimmend. "Wenn ich einen Vorschlag machen dürfte.", sagte der Verteidigungsminister und Nordsoon machte eine kurze Handbewegung er solle fortfahren.

      Er blendete eine Karte Weestlands ein auf der mehrere Rote Punkte mit den Grenzverletzungen eingezeichnet waren: "Ich würde vorschlagen wir reagieren garnicht, zumindest nicht offiziell. Das die astorischen Streitkräfte versuchen uns zu einem Angriff zu provozieren dürfte mehr als offensichtlich sein. Dies würde für sie eine Eskalation und einen Krieg rechtfertigen. So wie die Astorier bisher die Realität, selbst bei offensichtlichen Beweisen verdreht haben dürften sie sich dann in eine Opferrolle begeben.

      Was wir tun können wäre die Verlegung einer Luftabwehrbatterie in die Nähe von Varstadt. Sie geht in Stellung und macht sich Gefechtsbereit jedoch ohne die Nutzung ihrer Radaranlagen. Ein Bestreichen mittels eines Feuerleitradares könnten die Astorier ebenfalls zum Anlass nehmen. Wir bleiben ruhig bis sie eindeutige offensive Operationen führen. Man muss sich hier vor Augen führen, dass die Astorier mindestens drei verschiedene schwere Aufklärer an der Grenze im Einsatz haben, die mehr Kerosin in der Stunde verschlingen als acht unserer Seefernaufklärer. Davon abgesehen könnte allein eine der Maschinen fast das gesamte weestlandische Staatsgebiet überwachen. Was sie hier tun ist, das Leben von Soldaten bewusst zu gefährden und einen Abschuss zu provizieren."


      "Machen sie es so.", antwortete Nordsoon nur kurz. "Sollen wir die Vereinten Staaten involvieren? Die Beweise sind eindeutig.", fragte der Außenminister ruhig und tippte mit einem Bleistift auf seinem Block herum. "Um dann von den Astoriern als Lügner hingestellt zu werden. Weil sie eigene gefälschte Beweise präsentieren? Nein, noch nicht. Wir werden weiter Beweise sammeln, damit wir etwas Handfestes haben bevor wir die VS eventuell einschalten.

      Was ist mit den Gesprächen mit dem König. Was denkt ihr?"
      Der ebenfalls zugeschaltete Innenminister antwortete zuerst: "Ich habe die Befürchtung das wird Nichts bringen. Der Astorische König hat keine wirkliche Macht. Es wird wahrscheinlich nur eine Farce sein, die ohne jegliches Ergebnis endet." "Das fürchte ich auch. Im Moment haben die Hardliner das Sagen in Astoria. Sie forcieren einen Krieg mit allen Mitteln um von den Fakten abzulenken, dass die Wirtschaft auf Talfahrt ist und es sich politisch Nichts bewegt. Das Land ist ein bürokratischer Koloss, der so langsam aggiert das es über kurz oder lang zu Unzufriedenheit im Volk kommen wird." "Ein Bürgerkrieg?", fragte der Hærmann etwas verblüfft. "Nein, aber Demonstrationen. Die dann wahrscheinlich mit Gewalt beantwortet würden. Die freie Meinungsäußerung war in Astoria nie ein hohes Gut. Die meisten Proteste gegen uns waren staatliche organisiert, wenngleich die Regierung dies nicht zugeben würde. Die Verbreitung von staatlicher Propaganda steht der der Sowjetunion in Nichts nach. Im Endeffekt ist es eine Einparteiendiktatur wie die Sowjetunion unter dem Deckmantel einer Monarchie."

      Nordsoon dachte nach und nickte dann. "Gut, ich werde mich noch heute mit den Fraktionsvorsitzenden aller Parteien sprechen und diese über die Lage informieren. Ich will keinen Krieg. Wir werden auf keine Provokation Seitens der astorische Führung antworten. Wir wollen den Frieden, keinen neuerlichen Krieg auf Euridika."
      +++ 24.08.2020 - 14:00 Uhr | Truppenübungsplatz im Norden Voorlants +++

      Der Hubschrauber vom Typ TF.H.902 Attacker stand bewegungslos in der Luft, zu zwei Dritteln verdeckt durch einen kleinen Wald. Durch spezielle Maßnahmen konnte der Lärmpegel der Hauptturbinen auf ein notwendiges Minimum reduziert werden und somit hörte man am Ziel, in knapp vier Kilometern Entfernung rein Garnichts. Der Feuerleitoffizier peilte die Entfernung durch das zweite, über der Kanzel montierte Visier an. Es dauerte nur wenige Sekunden bis er ein ruhiges: "Fire Target Sierra One!", von sich gab. Auf der rechten Seite löste sich ein Jeger B5 aus seinem Startkanister, zog nach oben und folgte der Laserzielmarkierung zu seinem Opfer. Durch die hohe Geschwindigkeit konnte der Flugkörper die Entfernung binnen eines Wimpernschlages überwinden und durchschlug die Panzerung des Kampfpanzers mühelos. Der Hubschrauber selbst sank hinter die Baumwimpfel herab und drehte nach links ab um sich aus der Gefechtszone zu begeben.

      Erneut war ein Test erfolgreich und die ferngesteuerten Ziele waren nicht in der Lage den Kampfhubschrauber vor dem Angriff aufzuspüren. Acht Ziele konnte man so im Laufe des Tages bisher ausschalten. Der Prototyp kehrte nun auf den Flugplatz des Übungsplatzes zurück und würde gründlich durchgecheckt und aufgetankt werden. Heute Abend wollte man die Nachtkampffähigkeiten erneut testen. Wenn Alles klappte würde man die Produktion der Serienmodelle vielleicht früher beginnen können. Doch man wollte erst alle Testergebnisse abwarten, denn halbfertige Hubschrauber wollte man keinesfalls an die Truppe ausliefern.
      +++ 27.08.2020 - 05:30 Uhr | Etwa 250 Seemeilen südlich der Spaarn Inseln +++ Strengt Hemmelig +++

      "Vorbereitungen abgeschlossen. Startbereich ist geräumt. Alle Systeme auf Grün.", berichtete der leitende Ingenieur mit dem Hörer am Ohr dem Kontrollzentrum. "Zeit zum Start ist T minus fünf. Ich wiederhole Zeit zum Start ist T minus fünf." Auf der Startplattform mit dem wohlklingenden Namen 'Viking One' hatten sich alle Techniker in den Innenbereich begeben und die Schotten verschlossen, die den Startbereich von den Aufbauten trennten. Die beiden Begleitschiffe und zwei Kanonenboote der voorlantischen Kriegsmarine vergrößerten ihren Abstand zur Plattform auf mehr als vier Seemeilen um, im Falle einer Fehlfunktion nicht von herabfallenden Trümern getroffen zu werden. Die starken Lampen beleuchteten das Deck und die Schifffahrt im Umkreis von zehn Seemeilen wurde, wie üblich, noch einmal gewarnt, dass das Gebiet zeitweise gesperrt ist. Die Ankündigung war bereits Wochen zuvor an alle Reedereien heraus geschickt worden, doch man wollte auf Nummer sicher gehen.

      Die nächsten fünf Minuten zogen sich wie Gummi dahin bevor der eigentliche laute Countdown gezählt wurde. Zehn Sekunden lang zählte der leitende Ingenieur die Zeit herunter und drückte dann schließlich den Startknopf. Flammen und Rauch stoben unter der Rakete hervor und nach einem Augenblick erhob sie sich. Die Sicherungen und Halterungen sprangen ab und gaben sie frei sich in den Himmel zu erheben. Das Leuchten der Flammen erhellte den noch immer dunklen Himmel des zentralen Meropik als sich die Rakete in Richtung ihres Zieles, dem Orbit um die Erde.

      Nach knapp zehn Minuten wurde die letzte Stufe abgesprengt und die Abdeckung um die Nutzlast wurde entriegelt. Der Blick wurde nun auf zwei kleine Satelliten frei gegeben, welche die offiziellen Flaggen des voorlantischen Staates sowie die Aufschrift 'Voorlante Forsvaret'. Es handelte sich dabei um zwei Kleinsatelliten, die primär auf einer polnahen Umlaufbahnen und einer mittleren Bahnhöhe von 500 km eingesetzt werden sollten. Beide Satelliten waren Aufklärungssatelliten, die mit speziell entwickelten Radarsystemen ausgestattet sind. Sie sollten den Streitkräften mehr Möglichkeiten bei der Aufklärung geben.

      Im Hauptquartier der Streitkräfte auf Voorlant klatschte der Verteidigungsminister in die Hände als er die Informationen auf den Monitoren verfolgte. "Sehr schön. Wann können wir die Satelliten positionieren?", fragte er nach. "Die Solarzellen werden ausgerichtet. Wenn die Batterien voll geladen sind gehe ich davon aus, dass wir sie gegen Nachmittag positionieren können." "Gut positionieren sie sie so, dass sie im Moment das astorische Hoheitsgebiet bei ihren Überflügen abdecken können." Das die Astorier Euridika mit eigenen Satelliten zur Aufklärung abdeckten war bekannt. Doch diese veralteten optischen Satelliten konnten mit diesen neuen und modernen Satelliten, die über die letzten fünf Jahre entwickelt wurden, kaum mithalten. Die Satelliten sollten nun auch Voorlant, und falls notwendig seien Verbündeten, mit notwendigen Informationen über Truppenbewegungen versorgen die offensichtlich feindlich gegen sie gerichtet waren. Sie würden Astoria nur im Moment bestreichen und könnten auch für andere Aufgaben heran gezogen werden indem man ihre Umlaufbahn änderte.
      +++ 23.09.2020 - 8:00 Uhr | Palast des Hærmann - Noorfeastta +++

      Der Hærmann bog in das Haupttor ein und grüßte im Vorbeilaufen die beiden Soldaten, welche als Wache eingeteilt waren. Neben ihm lief Tyr Sverdmann, der derzeitige Verteidigungsminister. Da man nicht um Leib und Leben fürchten musste waren Beide ohne Leibwächter aufgebrochen und hatten ihre morgendliche Runde des Laufens über insgesamt 8 Kilometer zusammen absolviert. An der Eingangstür erwartete Beide bereits der lächelnde Außenminister mit einem Schreiben in der Hand. "Ich hoffe mal Du hast gute Nachrichten?!", sagte Nordsoon als der die Stufen nach oben stieg. "Die Resolution gegen Astoria ist von der Vollversammlung angenommen worden. Nur eine Enthaltung und eine Gegenstimme, vermutlich die der Astoren selber." Der Hærmann nahm den Zettel und überflog ihn grob. "Sehr gut, dann hoffen wir wir haben nun erst einmal Ruhe von den Astoriern. Unter Beobachtung der VS stehend sollten sie hoffentlich keine solchen agressiven Maßnahmen mehr unternehmen."

      "Wenn wir es denn mitbekommen.", warf der Verteidigungsminister ein. "Was meinst Du?" "Nunja in großen Höhen und am Boden können wir sie problemlos verfolgen. Aber bei niedrigen Höhen würde das schwierig. Auch auf See können wir eine Tangierung unserer Gewässer schwer vorhersehen." Nordsoon nickte nachdenklich und fragte dann: "Was schlägst Du vor?" "Nunja, wir könnten Tiefflugüberwachungsradaranlagen nahe der Grenze in Stellung bringen um mögliche Überflüge aufzudecken. Und über der Westsee stationieren wir eine Drohne in Internationalem Luftraum oder unserer 200 Meilen Zone. Die kann dann das Seegebiet von oben überwachen." "Wichtig ist, dass wir uns defensiv verhalten. Keine offensiven Operationen, keine offensiven Truppenverlegungen. Das könnte die Astorier sonst provozieren und sie könnten die Schuld bei uns suchen.", warf Sisoulith ein.

      Erneut grübelte der Hærmann ein paar Augenblickte und dann die Beiden an: "Mach es so. Und zieh die Reserveübungen in Weestland vor. Die sollen jeweils einen Zug einziehen und verstärkt in der Verteidigung trainieren. Und lass Pioniere nach Weestland verlegen. Vielleich von der Noordischen Legion. Die Einheiten sind am erfahrensten und sollen bei der Ausbildung helfen. Du kontaktierst die Waräger und die Astoren für Gespräche um diese Situation zu deeskalieren. Ich will mir nicht nachsagen lassen wir hätten nicht Alles versucht."
      +++ 02.10.2020 - 14:00 Uhr | Truppenübungsplatz Moorland - Weestland +++

      "Richtung 210, plus 50, Feuerschlag Vier, Kommen!", befahl die Stimme mit einem leichten Rauschen unterlegt durch das Funkgerät. "Richtung 210, plus 50, Feuerschlag Vier, Verstanden. Ende.", antwortete der Kommandersersjant und gab die Informationen in den digitalen Feuerleitrechner ein. Der Mörser direkt hinter ihm änderte seine Position leicht und das Klicken der ersten Granate, welche vom Automaten eingeführt wurde war zu hören. "Feuerschlag Vier, Achtung! Feuer!", gab er bekannt bevor der den Feuerknopf drückte. Der Skilpadde 90 erbebbte unter dem Feuer der vier Granaten, die den Mörser binnen der nächsten Vierzig Sekunden verließen. Das automatische Ladesystem führte eine Granate nach der Anderen vollautomatisch ein und nach dem Feuerschlag erhob sich der Unteroffizier und blickte durch sein Fernglas. In knapp sechs Kilometern Entfernung blitzten mehrere Explosionen, gefolgt von Rauchsäulen auf. Doch nicht nur vier sondern insgesamt sechzehn solcher Explosionen konnte er zählen. Dann nahm er sein Fernglas herunter und blickte zum Unteroffizier im nur wenige Meter entfernt stehenden weiteren Skilpadde 90, der die Batterie bildete. "Bestätige Treffer. Ziel vernichtet.", erwachte das Funkgerät neuerlich knackend zum Leben.

      Nicht nur die gepanzerte Artillerie übte hier im Osten Weestlands, sondern auch die Infanterie. Ein älterer Brigader besah sich das HuG20 in der Karabinerversion und blickte dann in die Runde: "Und wann kriegen wir richtige Waffen und nicht diese Spielzeuge?" Die Gruppe an Reservisten lachte kurz auf bevor ein Sersjant Korporal antwortete: "Das Gewehr ist dem InGe in keinster weiße unterlegen. Im Gegenteil, es ist sogar leistungsfähiger." Wie zur Bestätigung rastete er das Magazin ein und ein Kommandersersjant, direkt neben ihm, befahl: "Erkanntes Ziel, Entfernung 20 Meter, Freie Schusswahl." Er wartete kurz bis der Soldat sein Gewehr in den Anschlag genommen hat und das Ziel auffasste bevor er fortfuhr: "Feuer Frei!"

      Der junge Mannschaftsdienstgrad drückte den Abzug nach hinten und leerte das gesamte Magazin, mit 20 Schuss in einem Zug. Er zog das Gewehr am forderen Handgriff nach unten um dem Rückstoss entgegen zu wirken. Die metallische Zielscheibe, auf welcher ein Papierziel mit menschlichen Umrissen aufgebracht war, klang wie eine Türklingel als die Kugeln in sie einschlugen. Im Zentrum wurde das Papierziel faktisch komplett zerrissen. "Sichern, Magazin entfernen." Der Soldat sicherte die Waffe, entfernte das Magazin und lud die Waffe einmal durch um den Spannhebel in der rückwertigen Position zu belassen.

      Der Kommandersersjant prüfte kurz und ließ den Soldaten dann weg treten. Dann blickte er die älteren Reservisten an. Allesamt waren sie vornehmlich in rückwertigen Diensten eingesetzt, doch auch sie mussten schießen können. Ihre Gesichter zeigten, dass sie sichtlich beeindruckt waren. "So meine Herren, dann sind sie jetzt dran. Schließlich müssen auch sie auch mit der neuen Waffe umgehen können und nicht nur ihre Personenschützer." Er machte eine kurze Bewegung mit dem Daumen über seine Schulter und deutete auf den jungen Soldaten und ein paar weitere Männer, die zum Close Protection Team der voorlantischen Militärpolizei gehörten. Ihre Aufgabe war es Offiziere wie den Brigader im Notfall zu beschützen.