Feridisch - Jepraische Gespräche

      Feridisch - Jepraische Gespräche

      Es war gegen 10 Uhr an diesem Montagmorgen als sich am Regierungsterminal des ferreschen Hauptstadtflughafens wieder einmal hektisches Treiben herrschte. Man hatte das Flugfeld und den Haltebereich heute Morgen bereits zweimal gereinigt, wenngleich ein heftiges Gewitter das von Süd-West nach Nord-Ost über die Hauptstadt gezogen war den Asphalt nun feucht glänzen ließ. Die Soldaten der Garde hatten sich einen trockenen Unterschlupf gesucht und auch der rote Teppich war noch nicht ausgerollt worden, so dass man ein wenig Glück hatte. Die Ehrenformation trat nun von neuem an, während der rote Teppich seinen Platz fand und direkt bis an den Punkt reichte an dem die jeparische Delegation das Flugzeug verlassen sollte.

      Auch Belewa war inzwischen eingetroffen, er wollte die Staatsgäste höchst selbst begrüßen und trug eine olivgrüne Kampfuniform der Streitkräfte. Es sollte nicht zu martialisch wirken, weshalb er auf das Tragen einer Waffe verzichtete. Doch seit dem Anschlag auf seine Person fühlte er sich so ein wenig sicherer. Er stieg aus dem schwer gepanzerten schwarzen Geländewagen und zog sich sein Barett auf. Sein Blick wanderte in den Himmel und im Norden waren noch immer die sich kilometerhoch auftürmenden Gewitterwolken zu erkennen, aus denen hin und wieder ein Blitz huschte. Der Adjudant des Präsidenten hatte alle Hände voll zu tun und besprach sich noch kurz mit Belewa. Es sollte nur noch wenige Minuten dauern, bis die aus Jeparien kommende Maschine Konakry erreichen sollte. Und so wartete Belewa, wie er es schon des öftern bei Staatsbesuchen getan hat und blickte hoffnungsvoll in den Himmel um zu sehen ob er die Maschine bereits erkennen konnte.
      Mit leichter Verspätung landete die jepranische Staatsmaschine und während die Rolltreppe an das Flugzeug herangeschoben wird, rückt die Ratspräsidentin kurz ihr Outfit zurecht. Sie trug einen schwarzen Blazer mit hochgekrempelten Ärmeln, einen roten Rock, schwarze Pumps und eine Pilotenbrille. Als die Tür geöffnet wurde ging sie die Gangway hinunter, dann ging die Ratspräsidentin den Weg zu Präsident Belewa auf dem roten Teppich.
      Belewa trat nach vorn auf die Ratspräsidentin zu und verneigte sich leicht, nachdem er ihre Hand freundlich geschütelt hatte: "Frau Ratspräsidentin, ich möchte Sie sehr herzlich in der Volksrepublik Willkommen heißen." Er deutete in Richtung der Wolken: "Ich hoffe Sie hatten ob der Wetterverhältnisse eine angenehme Anreise?" im Hintergrund schrien die Offiziere einige Kommandos und die Ehrenwache schulterte erst das Gewehr und präsentierte es dann vor der Brust. Belewa deutete in Richtung der Fahrzeuge und schritt mit ihr dann, wie üblich, die Ehrenformation ab. Beide posierten kurz für einige Pressefotografen aus aller Welt und nahmen dann in zwei direkt hinter einander folgenden Fahrzeug Platz.

      Die Kolonne setzte sich umgehend in Bewegung und der Weg führte direkt durch die Innenstadt, entlang des Botschaftsviertels und dann direkt zum Präsidentenpalast, respektive der alten Festungsanlage die nun der Amtssitz war. Die Soldaten salutierten bei der Einfahrt und bereits einige Augenblicke später kam man direkt vor dem Haupteingang zum stehen. Belewa stieg so schnell wie möglich aus und öffnete seinem Staatsgast selbst die Tür des Fahrzeuges. Er wollte sich unbedingt von seiner besten Seite zeigen und auch bei seiner Frau tat er dies bei jeder Fahrt. "Bitte folgen Sie mir bitte. Wir haben für die Gespräche den Balkon vorbereiten lassen.", sagte er freundlich und deutete die EIngangstreppe nach oben.
      Die Ratspräsidentin verneigte sich ebenfalls kurz und antworte dem Präsidenten dann: ,,Vielen Dank, Herr Präsident. Ja, meine Anreise war trotz dieses schlechten Wetters sehr angenehm.'' Sie war es noch nicht gewöhnt, solche großen Staatsbesuche abzuhalten, dementsprechend war sie sehr nervös, versuchte aber, es sich, so gut es eben geht, nicht anmerken zu lassen.

      Die Ratspräsidentin bewunderte während der Fahrt die Bauwerke der Stadt und als man ankam, war sie von der Gastfreundlichkeit des Präsidenten positiv überrascht. ,,Danke, Herr Präsident. Ihre Hauptstadt ist wahrlich ein schöner Ort.''

      Dann ging man gemeinsam den Weg zur Eingangstreppe und die Ratspräsidentin lächelte kurz, bevor sie dem Präsidenten auf den Balkon folgte.
      "Nun wir versuchen unser Bestes die Stadt und das Land nach der Misswirtschaft der letzten Regierung wieder aufzubauen. Die vielen renovierten Häuser im kolonialen Stil haben wir Vieles Spendern aus Taussen zu verdanken. Auch Nachfahren der ehemaligen Kolonialisten haben durch ihr Wissen, alte Baupläne und Investitionen viel dazu beigetragen das Konakry in einem neuen Licht erstrahlt.", antwortete Belewa während er neben der Präsidentin lief, die Treppen hinauf zu seinem Büro. Sie erreichten es schlussendlich, durchschritten es und traten auf den großen Balkon.

      Er bot, wie eh und je einen Blick über die Bucht von Konakry in Richtung Norden, aber auch nach Westen in Richtung Meridik und nach Osten in Richtung des Inlandes. "Auch diese Festung, der ehemalige Gouverneurspalast wurde von mir mit Absicht als neuer Präsidentenpalast gewählt worden. Es ist eine Festung, wie die ferresche Seele, mit dicken Mauern und von einer Schönheit aus vergangenen Tagen. Es repräsentiert am Besten das Volk der Eisenküste und dessen Stolz und die Zukunft des Landes." Er deutete auf die kleine Sitzecke unter einem weißen Sonnensegel mit bequemen Korbmöbeln auf denen ebenfalls weiße Sitzkissen zu finden waren.

      "Bitte nehmen Sie doch Platz. Darf ich Ihnen etwas anbieten? Ein Heißgetränk oder etwas Kühleres?", fragte Belewa freundlich.
      ,,Das ist wirklich faszinierend.'' meinte die Präsidentin, während sie Platz nahm und ihre Beine überinander schlug.

      ,,Vielen Dank, ich nehme ein Glas Wasser.'' lächelt sie und beginnt direkt ein Gespräch: ,,Nun Herr Präsident, in ihrer Nachricht hieß es, Sie wollen über eine ,,Vertiefung der wirtschaftlichen und politischen Zusammenarbeit'' reden. Was stellen Sie sich denn darunter vor?'' die Präsidentin sieht den Mann erwartungsvoll an.
      Belewa nickte freundlich und ließ dann einen der anwesenden Adjudanten seinem Gast ein Glas Wasser bringen. Er selbst ließ sich einen Kaffee bringen und blickte seine Gegenüber dann an: "Mich freut, dass Sie sehr direkt zum Punkt kommen., sagte er und lächelte freundlich. Dann fuhr er fort: "Nun ihr Land und ihre Wirtschaft ist ähnlich der Unseren organisiert. Es gibt eine größere Zahl Staatseigene Unternehmen und so haben sie wie auch wir einen gewissen Einfluss.

      Daneben produziert ihr Land Güter, welche in unserem Land benötigt werden und umgekehrt ist es sicherlich ähnlich. Jeparin hat eine gut ausgebaute und eine Telekomunikationsmittel produzierende Industrie, die einen sehr guten Ruf geniest, zu einem akzeptablen Preis. GMT, sprich die Groupe Mondial des Télécommunications hat uns gegenüber Interesse geäußert Mobilfunktechnik wie Handys, entsprechende Sende- und Empfangseinrichtungen sowie Wartungsverträge einzukaufen um das Netz hier im Land zu erweitert. Daneben produziert ihr Land Kaffee, was wir ebenfalls tun. Nun, wir hätten ein Interesse an einer Zusammenarbeit oder Kooperation um quasi nicht als Konkurenz sondern Partner den Export zu bestreiten."
      ,,Das hört sich nicht schlecht an.'' meinte die Ratspräsidentin und nimmt einen Schluck ihres Wassers. ,,Welche Güter wären denn für Sie von Interesse? Dann würde ich nötige Schritte zur Kontaktaufnahme einleiten. Zum Thema Kaffee: Nun, leider ist es so, dass kein Unternehmen, welches Kaffee fördert oder weiterverarbeitet vollkommen in staatlicher Hand ist, wir könnten höchstens von unserer Seite aus versuchen, die Unternehmensleitungen dazu zu bringen, einer Kooperation zu bewerkstelligen, aber da bin ich zuversichtlich, bisher arbeiteten jegliche Unternehmen immer gern mit der Regierung zusammen.'' meint die Präsidentin und grinst ein wenig.
      Der Präsident musste etwas lächeln und nahm einen Schluck Kaffee bevor er antwortete: "Nun, wie bereits erwähnt würde GMT Mobilfunktechnik wie Handys, entsprechende Sende- und Empfangseinrichtungen sowie Wartungsverträge erwerben wollen um sein Netz zu erweitern." Er lehnte sich zurück und fuhr dann fort: "Nun unsere Kaffeebauern wollen gerne vermeiden das ihre und die unsrigen Unternehmen Konkurrenten werden. Ich denke eine Zusammenarbeit wäre für beide Seiten förderlich. Kaffee wächst in ihren Breiten nur schlecht unter freiem Himmel, wenn ich nicht irre. Ihre Unternehmen könnten quasi hier ihren Kaffee ernten, nach Jeprain überführen und dort weiter verarbeiten oder mischen. Je nach dem wie sie es wünschen. Es würde uns auf jeden Fall sehr freuen, wenn Sie dies an die entsprechenden Stellen weiter leiten könnten."

      Er pausierte erneut kurz blickte über die Mauer in Richtung des Meeres und dann wieder seinen Gast an: "Das Unternehmen FerOil, sowie das Unternehmen Aciéries Ferriques haben mitteilen lassen, dass sie ein Interesse an der Lieferung von Erdgas und Erdöl - respektive Erdölerzeugnissen und Stahl nach Jeparin haben."
      Die Präsidentin schaut erfreut in Richtung des Meeres und dann wieder zu ihrem Gastgeber. ,,Das erfreut mich wirklich, seit längerem haben wir an einer kleineren Erdölknappheit zu knabbern, wissen Sie. Da kommt es uns sehr gelegen, dass ihre Unternehmen dies so bereits vorsehen. Mal ein andere Frage, Herr Präsident: Was halten Sie von einer Kooperation unserer Geheimdienste?''

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      ,,Aber natürlich, Herr Präsident. Wir hatten uns vorgestellt, dass wir zusammen einen besseren Geheimdienst führen können als getrennt und denken, dass ein Austausch unserer Agenten auf einer Zeitbasis ein erster Schritt sein könnte um unsere Zusammenarbeit zu beginnen. Dann würden wir gerne im Bereich der Terrorismusprävention zusammenarbeiten, um künftig Terroranschläge noch besser unterbinden zu können. Ich habe von einem Anschlag auf Sie vor geraumer Zeit gehört und denke, dass, sollten unsere Geheimdienste kooperieren, wir solche Taten demnächst bereits im frühen Stadium den Gar ausmachen können. Was denken Sie?'' die Ratspräsidentin blickte den Ferren gespannt an. Das war das erste Mal, bei dem Sie eine Zusammenarbeit mit anderen Staaten vorschlug in ihrer Amtszeit.

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      "Glauben Sie mir, wenn wir mit den Verantwortlichen fertig sind, dann wird es einen solchen Anschlag nicht wieder geben. Aber dennoch, eine Zusammenarbeit wäre sicherlich förderlich. Als direkter Nachbar Redoniens und damit einer Großmacht in der westlichen Welt, könnte ihr Land sicherlich frühzeitiger als wir an Informationen kommen. Ich würde vorschlagen wir beginnen mit einem Informationsaustausch und die Führungsgremien der Geheimdienste arbeiten eine tiefergehende Kooperation, auch mit einem möglichen Austausch im Anschluss aus. Wäre Ihnen das recht?", fragte Belewa.

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      "Ja ein Thema. Wir würden gerne den kulturellen Austausch zwischen unseren Nationen fördern. Dazu würden wir gerne ein Austauschprogramm der Universitäten und Hochschulen initiieren. Ich denke es wäre für unsere zukünftigen Ärzte, Ingenieure und Lehrer sicherlich von großem Nutzen, wenn sie auch einen anderen Blickwinkel erhalten würden und ihre sprachlichen Kenntnisse erweitern könnten.", meinte Belewa und lächelte freundlich.
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