Worldvision Song Contest 2018 in Chiancong: Der große Abend!

      "Wir sollten dir danken, Mulara! Was für ein toller Auftritt".
      "Und wo die gute Frau bereits von Zügen gesungen hat: Dieser Zug hat auch weiterhin keine Bremsen - direkt weiter geht es nämlich mit unserem nächsten Act".
      "Oh, ja! Und wenn die örtlichen Charts unseres nächsten Teilnehmerlandes oder seine WSC-Historie etwas zu sagen haben, dann erwartet uns nun ein absoluter musikalischer Kontrast zu den Klängen aus Barassons. Darum, begrüßt mit mir Vargsten aus Warägien!"
      Unter tosendem Applaus und Jubelrufen der warägischen Fanabteilung vor Ort betrat die Band die Bühne. Nacheinander betraten die 5 Bandmitglieder die Bühne, wobei während des Aufmarsches nur jeweils der Kopf der Bandmitglieder beleuchtet wurde, während der Rest der Bühne dunkel gehalten wurde. Als sich die Band schließlich auf der Bühne versammelt hatte, hob Sänger Svenne Rosendal seine Rechte Hand, in der er ein Trinkhorn hielt. "Chiancong, wie gehts es euch?! Es ist eine Ehre für uns, heute hier zu sein und unser Land würdig zu vertreten. Wir wollen unser bestes geben. Für euch, unsere Fans und alle anderen. Unser Song, Blot, handelt von unserer Kultur und unserem Land. Eine Ehrung unserer Heimat. Skol. Auf das heutige Zusammensein!"

      Nach dieser kurzen Ansprache wurde die Bühne wieder abgedunkelt, so das man nur die Köpfe der Band sah.






      "Na, damit habe ich ja jetzt überhaupt nicht gerechnet", konstatierte Thọ mit leicht entgeisterter Miene, fast so, als hätte er eine Wette verloren.
      "Auf jeden Fall Bravo an euch! Vargsten aus Warägien, meine Damen und Herren!"

      "Und vom hohen Norden Euridikas führt uns unsere musikalische Reise jetzt noch einmal nach Arkadien, und zwar nach Redonien. Für das Land der Träume, der Freiheit und der ungezügelten Konsumwirtschaft tritt Daniel Mashburn an. Also einen kräftigen Applaus, und Daniel: The stage is yours!"
      Die Bühne war in völlige Dunkelheit gehüllt, als die Crew das Mikrofon des Sängers aufstellten und im Hintergrund bereits die instrumentale Musik und das Hintergrundvideo für das große Display hinter der Leinwand vorbereitet wurde. David Mashburn betrat schließlich die Bühne: sein Mikrofon befand sich schräg rechts von dem Display, auf welchem derzeit noch nichts zu sehen war und ein Spot erhellte den redonischen Sänger. In der Zwischenzeit wurde dem Fernsehpublikum durch einen Offsprecher etwas mehr zum redonischen Künstler und seinem Titel erklärt: „Und nun folgt der redonische Act dieses Abends, David Mashburn. Der 41 jährige redonische Sänger aus Riverside begann nach seinem Schulabschluss ein Musikstudium an der Pemberton School, der wohl rennomiertesten redonischen Musikhochschule, und zeichnete sich dort vor allem als Tenor aus. Nach seinem Abschluss arbeitete er an verschiedenen Opernhäusern, sang verschiedenste Rollen und wurde so zu einer bekannten Stimme. Seitdem hat er insgesamt 13 Alben mit verschiedener Musik herausgegeben. Heute singt David Mashburn den Titel Faith of the Heart, welcher im letzten Jahr für die Dokumentation Beginning of a New Age: Conquering Space produziert wurde, die sich mit der Geschichte der menschlichen Eroberung des Weltraums beschäftigt. Die ursprünglich für das letzte Jahr zum 60. Jahrestag des Starts des ersten von Menschenhand gebauten Satelliten Prometheus geplante Dokumentation erscheint im nächsten Monat mit einigen Verzögerungen. Mashburn hat bereits im letzten Jahr den Titel für die Dokumentation aufgenommen und ist nun hier, um ihn erstmals mit der gesamten Welt zu teilen.“
      Mashburn stand ruhig vor seinem Mikrofon, als auf dem Display Szenen aus 61 Jahren Raumfahrtgeschichte und mehr gezeigt wurden - die Texteinblendungen erschienen auf Columbisch - und sang dazu seinen Titel, in welchem es um Mut und das Vertrauen auf sein Herz und seinen Mut ging. Nachdem er zuende gesungen hatte, hob er die Hand, rief ein lautes Thank you! Thank you so much! in Richtung des Publikums und verließ die Bühne.

      Quellen- und Lizenzangaben der Signaturbilder sind HIER zu finden
      "Oh Junge, klasse Auftritt! Danke, David!"
      "Immer heißt es Kursai can't into space, aber heute ist etwas viel cooleres passiert - Space can into Kursai..."
      "Warte....was?"
      "Was soll das überhaupt heißen? Das macht doch gar keinen S-"
      "Shh! Lass mir diesen Triumph!"

      Ein merkwürdiger Moment des Schweigens folgte, in dem Lien halb siegesgewiss, halb abwesend in die Halle hinausblickte, und Onatah und Thọ sich gegenseitig anstarrten.
      "Okay...mit dieser Anmerkung: Fahren wir doch fort mit unserem Programm".
      "Genau, denn - und es ist fast zu glauben - wir sind beinahe am Ende! Als Abschluss für den musikalischen Teil des Abend erwarten uns jetzt noch unsere Gäste aus dem schönen Puerto Azul. Heißt mit mir willkommen...Alonso Manzanares!"

      Neu

      Alonso Manzanares war ein junger Sänger aus der puertoazulanischen Hauptstadt. Er war in einem kleinen Dorf in den von der Drogenmafia faktisch regierten Gebieten aufgewachsen und vor einigen Jahren in die puertoazulanische Hauptstadt gezogen. War die Musik zu Beginn ein privates Hobby gewesen, trat er schon bald in einigen Bars auf, unter anderem mit selbstgeschriebenen Liedern. Dort hatte ihn ein Agent einer redonischen Filmproduktion entdeckt. Seitdem zierte eine etwas abgewandelte Version eines seiner Lieder als Titelmelodie die redonische Erfolgsserie Cartel.

      Die Serie beschäftigte sich mit den Machenschaften des Drogenkartels in Arkadien zu seinen Hochzeiten während der 80er Jahre. Doch die Problematik hatte sich seitdem kaum verbessert und die politische Lage in Puerto Azul verschärfte das Problem nur weiter. So hatte sich Manzanares bereitwillig zum Kandidaten für den WSC aufstellen lassen, schließlich hatte er selbst das Wirken und die Verbrechen des Kartels in seiner Kindheit miterlebt.

      Das Video, das hinter Manzanares projiziert wurde, zeigte Ausschnitte aus der Serie und Originalaufnahmen und erzählte die Geschichte eines Dorfes, das unter dem Einfluss des Kartells und der korrupten Staatsdiener litt und für eines von vielen Dörfern der Region stand. Hunderte waren bedroht, misshandelt und vergewaltigt worden, ja auch Tote forderte die ekelhafte Gier des Kartells. Bilder von ausgehungerten und gebrochenen Mädchen, Jungen im Kindesalter, die als Schmuggler eingesetzt wurden und schaurige Szenen der Gewalt huschten in schwarz-weiß über die Wand. So schnell sie auch verblassten und verschwanden, so prägnant sollte ihre Wirkung auf die Zuschauer sein. Manzanares hoffte ein Signal aussenden zu können, dass das unheimliche Verbrechen nicht ignoriert, schon gar nicht vergessen werden sollte.



      Als er geendet hatte, hauchte er ein leises Muchas Gracias in seiner Muttersprache in das Mikro und überließ dann den Moderatoren die Bühne.
    • Benutzer online 1

      1 Besucher