[Änderungsbeantragung] Republik Kusari

    • Angenommen

      [Änderungsbeantragung] Republik Kusari

      Das Wichtigste direkt zu Beginn

      Lange habe ich mich darum gedrückt, doch Kusari ist mittlerweile nicht nur einer der ältesten noch existierenden Staaten in unserer VS-Welt, er besitzt auch mit Abstand die älteste Anmeldung. Die Beantragung von 2013, von vor über sieben Jahren, entspricht weder unserer aktuellen Anmeldungsvorlage noch den Anforderungen, die ich heutzutage an mich selbst stelle und wurde seit der Annahme des Originals noch nicht ein einziges Mal aktualisiert. Es gab zwar immer wieder Phasen der Inaktivität meinerseits, doch ist in den vergangenen Jahren mit Kusari viel passiert, dem nicht formell Rechnung getragen wurde. Vieles von dem, was ich persönlich ändern möchte, habe ich im Zuge der Überarbeitung von Kusaris Länderforum, mit welcher ich Anfang des Jahres begonnen habe, bereits auf die ein oder andere Form einfließen lassen. Andere Änderungen, die sich aus dem Spielgeschehen ergeben haben, müssten aber formell abgesegnet werden - und manche der Änderungen, die ich vornehmen will, gehören natürlich ganz normal beantragt.

      Das betrifft im wesentlichen 2 Faktoren:
      • Erhöhung der Bevölkerung: Ich habe mir spätestens seit 2015 immer wieder darüber Gedanken gemacht, wie ich mit Kusaris Bevölkerung umgehe. Die alte Zahl, etwa 20 Mio. Einwohner, stammt noch von 2011, einer Zeit in der ich scheinbar das Konzept der mittleren Bevölkerungsdichte noch nicht verstanden hatte und meinte, diese Zahl müsse möglichst niedrig sein um ein Land mit viel unbewohntem Gebiet zu simulieren. Realistisch betrachtet ist diese Zahl für ein südostasiatisch inspiriertes Land von der Größe Spaniens natürlich vollkommen unrealistisch, und nochmal extra fragwürdig wenn man die bedeutende Stellung Kusaris in der Vergangenheit betrachtet, welche bereits lange vor dieser Änderungsanmeldung in Spiel kam. Mit Hinblick darauf habe ich mich entschlossen, rückwirkend eine signifikante Vergrößerung der Bevölkerung zu beantragen. Die von mir angepeilte Größe bewegt sich nun bei um die 90 Mio. Einwohner, was in etwa der Größenordnung des heutigen Vietnams entspricht. Bei der Fläche Kusaris könnte diese Zahl durchaus noch erhöht werden, soll aber einen deutlich Einbruch des Bevölkerungswachstums nach dem Krieg mit Ryukyu darstellen, welches bis heute noch nachweisbar ist.
      • Erhöhung des BIP: Dies ist weniger ein Retcon als vielmehr eine Formalisierung des signifikanten wirtschaftlichen Aufschwungs, welchen Kusari seit dem Ende des Bürgerkriegs 2013 erlebt hat und sich mit seinen extremen Wachstumsraten an dem wirtschaftlichen Wiederaufbau Vietnams im Zuge der Đổi mới-Reformpolitik orientiert. Ich gebe zu, ich habe die Erhöhung des BIP/Kopf eher durch schätzen angepeilt, und zusammen mit der gewünschten Erhöhung der Bevölkerung würde Kusari plötzlich um einiges stärker sein, als es bisher war. Doch sehe ich darin für die Simulation keine unüberwindbaren Probleme - letztlich bewegt sich Kusari auch mit solch einer Änderung weiterhin irgendwo im Limbo zwischen einem Schwellen- und Entwicklungsland.

      Ebenso habe ich für die aktuelle Bezeichnung Kusaris hier bereits "Republik Kusari" genutzt. Die Entwicklung wird zwar derzeit noch Sim-On ausgestaltet, doch glaube ich nicht, dass diese Anmeldung angenommen wird, bevor dies gesehen sein wird.

      Aber gut. Nun, da die Formalitäten aus dem Weg geräumt sind, kommen wir zur eigentlichen Änderungsanmeldung.


      Republik Kusari









      Name des Landes: Republik Kusari
      Bevölkerungsgröße: 87.853.241 (Zensus 2015)
      Regierungsform: Parlamentarische Demokratie
      Regierungsoberhaupt: Oberste Kongresssprecherin Thảo Mai Liên
      Währung: Dông (9.360 Dông = 1 VS-Dollar)
      BIP (pro Kopf): 3.617 VSD
      Kaufkraftbereinigtes BIP (pro Kopf): 7.510 VSD
      Human Development Index: 0,613
      Reales Vorbild: Südostasien, primär Vietnam

      Klima & Landschaft:

      Kusari ist hauptsächlich geprägt vom heißen, feuchten Wetter der äquatornahen Subtropen. So erstrecken sich ausschweifende Dschungellandschaften über das größtenteils flache bis hügelige Land, immer wieder durchzogen von Flussdeltas und Sumpflandschaften. Lediglich weiter im Zentrum des Landes findet sich ein relativ kleines Bergmassiv, das Ta Liên-Gebirge, deren höchste Gipfel nicht weiter als rund 1.200 m in den Himmel ragen. Diese Landschaften, vor allem auf der immer wieder stark beregneten Seite des Gebirges, haben sich zu einer ausgiebig kultivierten Landschaft entwickelt, in der auf teilweise künstlich geschaffenen, teilweise zufällig entstandenen Terassen an den flachen Hängen Reis angebaut wird.

      Die regelmäßigen, starken Regenfälle über den gesamten Norden Sibutans hinweg begünstigen die Ausprägung einer Vielzahl großer Flüsse, welche das ganze Land durchziehen und mit ihren Deltas prägendes Landschaftsmerkmal Kusaris darstellen. Neusten Schätzungen zufolge beläuft sich das Netz fließender Gewässer auf insgesamt beinahe 50.000 km. Während die größten dieser Flüsse bedeutende Wasserstraßen darstellen und wichtig für den Transport von Waren innerhalb Kusaris sind, ist der bei weitem größte Teil der Fließgewässer weitestgehend naturbelassen. Diese Ströme, die sich in erratischen Bahnen durch das Land ziehen, sind oft nur mit kleinen Booten befahrbar und sehen neben abenteuerlustigen Ausareisenden kaum bis gar keinen Verkehr.

      Während der Monsunzeit (Mai - Oktober im Norden, Oktober-November südlich des Ta Liên) kommt es immer wieder zu starken, tagelangen Regenfällen und, vor allem entlang der nördlichen Ventik-Küste, häufig zu schweren Taifunen, die zu Überschwemmungen und Schäden an küstennahen Siedlungen führen.

      Im Norden Sibutans liegt mit der Dracheninsel Kusaris nördlichstes Territorium und bei weitem größte Hochseeinsel. Ihrem Ursprung als südlichster Vertreter einer Kette ostasuatischer Vulkaninsel geschuldet war sie einst wohl extrem unwegsames Gelände, doch sorgten über mehrere Millionen Jahre Bewegungen der tektonischen Platte sowie Wind und Wetter für eine weitestgehende Abtragung der Berge. Einzig und allein die Dao-Senke, ein heute von Dschungel überwücherter, ausufernder Krater im Zentrum der Insel, deutet heute noch auf den Schlund des einstigen Vulkans hin, der die Insel gebar. Heute gilt die Dracheninsel als Heimat für ein Meer an exotischer Flora und Fauna, von seltenen Pflanzen bis hin zu lebenden Fossilien wie dem sagenumwobenen Dschungeldrachen, einer in der kusarischen Kultur extrem bedeutenden Kreatur, welcher das Eiland seinen Namen zu verdanken hat.


      Wirtschaft & Infrastruktur:

      Am bekanntesten ist Kusari wohl für die reichen Vorkommen an Erdöl, die unter der Oberfläche der subtropischen Landschaft schlummern. Dass eben jene Ressourcen in der Vergangenheit nur wenigen ausländischen Konzernen und Nationen zugängig waren oder mit welch mangelhafter Qualität das Öl im Inland raffiniert wird, ist eine andere Geschichte. Früh während des 20. Jahrhunderts versuchte Kusari zwar, sich vor allem in der sozialistischen Einflusssphäre als Bereitsteller von Öl- und Raffinerieprodukten zu profilieren, doch fügte der Krieg mit dem Kaiserreich Ryukyu der Industrie derart schwere Schäden zu, dass sie sich nie wieder auf das Vorkriegsniveau erholen konnte. Die Ölförderung wurde zwar bis in die 1970er Jahre wieder zu einem wichtigen wirtschaftlichen Standbein, die einst starke petrochemische Industrie war jedoch komplett zusammengebrochen, und ein großer Teil der vor der nordsibutischen Küste vermuteten Ölvorkommen blieben unangetastet.

      Dies änderte sich erst mit dem Ende des Bürgerkriegs, als besonders die damalige Republik Wolkowien, stetig auf der Suche nach neuen Öllieferanten, massiv in die kusarische Wirtschaft investierte. Mehrere Expeditionen zur Kartographierung der Offshore-Felder wurden nach Asua entsendet, und über gemeinsame Firmengründungen, Entwicklungskredite und Technologietransfers die bestehende Förderindustrie massiv ausgebaut. Heute ist Wolkowien nicht nur einer der wichtigsten Abnehmer kusarischen Öls, sondern allgemein ein wichtiger Handelspartner der Republik - Ergebnis einer langjährigen Politik der weitreichenden wirtschaftlichen Entwicklung und politischen Förderung, die in den Augen vieler essentiell für das starke Wirtschaftwachstum der frühen Republik ist, machen jedoch zu weit geht.

      Neben großen Ölvorkommen finden sich im Süden des Landes, entlang der Hänge des Ta Liên, signifikante Vorkommen hochwertiger Anthrazit-Steinkohle. Die Erschließung dieser, zunächst durch euridische Kolonialgesellschaft und später durch die shinistish-sozialistische Räterepublik spielte eine immense Rolle für den Erfolg der Turbo-Industrialisierung, welche Kusari zu Beginn des 20. Jahrhunderts durchlief, und ist auch heute noch ein nicht zu vernachlässigender Bestandteil der kusarischen Wirtschaft. Neben dem Export von Kohle-Produkten primär im nahen asuatischen Raum ist nämlich auch die Energieerzeugung durch Kohlekraftwerke neben der Wasserkraft bis heute der wohl wichtigste Pfeiler der landesweiten Energieversorgung.

      Neben dieser zwei bedeutenden Förderindustrien verlässt sich Kusari unter anderem auf den Export von Holz und Holzproduktion, die Förderung und Verhüttung von Eisen und natürlich die Produktion von Lebensmitteln. Primär fallen darunter der traditionellen Reisanbau, der auch in den Jahren der sozialistischen Planwirtschaft der Räterepublik nur wenig an bleibender Modernisierung erfahren hat, und die Fischerei. Die Felder werden oft nur mit wenig mechanischen Hilfsmitteln und im Kreise der Familie oder der Dorfgemeinschaft bewirtschaftet und unterliegen Jahrhunderte alten Anbautraditionen. Besonders mit dem Ausklang des 20. Jahrhunderts und der Verfestigung von Kusaris Status als wirtschaftlich schwaches Billiglohnland entwickelte sich zudem eine nicht zu vernachlässigende Textilindustrie. Auf dem Rücken kusarischer Näherinnen und Näher werden hier - trotz Bemühungen der Republik immer noch oft mithilfe von Kinderarbeit - günstige Kleidungsstücke hergestellt, wie sie sich in vielen Läden des Westens zu kleinen Preisen erstehen lassen.

      Das Rückgrat der kusarischen Infrastruktur ist seit jeher die Eisenbahn. Schon immer war es schwierig, große Warenströme auf die Straßen zu verlagern, die oft nicht mehr als in der Regenzeit vollkommen überschwemmte Feldwege oder einfache Asphaltstraßen sind, halb überwuchert von Pflanzen des Dschungels. Viel einfacher war es, relativ gut ausgebaute Eisenbahnverbindungen zwischen den größten Städten der Küste und bedeutenden Standorten im Inland zu errichten. Dennoch ist das hauptsächlich auf der Schiene basierte Versorgungssystem anfällig für Verschleiß, Unfälle oder andere unglückliche Zwischenfälle. Zudem sah sich das Schienennetz, einst eines der beachtlichsten in Ostasua, bleibenden Schäden durch den zweiten Volkseinigungskrieg, Finanzierungsproblemen, Streckenrückbau und schließlich einem ausgewachsenen Bürgerkrieg ausgesetzt. Erst in den letzten Jahren wurde mit großen Initiativen im Rahmen der kusarischen Phục Sinh-Entwicklungspolitik damit begonnen, viel Geld zur Behebung der daraus entstandenen Missstände in die Hand zu nehmen. Geld, welches zum großen Teil aus dem Ausland kommt, sei es in Form von Finanzhilfen oder neuen Handelspartnern.


      Beschreibungstext:


      Bevölkerung und Religion

      " Der Staat der Demokratischen Volksrepublik Kusari ist die Vereinigung all jener Menschen kusarischer Abstammung und jedem Individuum und jeder Gruppe, die auf kusarischem Territorium leben und sich mit den Idealen des kusarischen Volks identifizieren können."
      - Verfassung Kusaris, Art. 5 Abs. I

      Auch wenn im alltäglichen Sprachgebrauch beinahe immer und überall da, wo es um die Bewohner des sibutischen Lands von Reis und Drachen geht, in der Regel von den "Kusaren" gesprochen wird, so gibt es aus ethnologischer Sicht so etwas wie Kusaren nicht. Schon die Ursprünge des Begriffs Kusari (kus.: Kû Sà Rí, alle Völker) legen offen: Die indigene Bevölkerung Kusaris ist alles andere als homogen. Auch wenn im Laufe der Jahrhunderte seit Ankunft der Xanh auf Sibutan in vielen Gesichtspunkten die Grenzen zwischen den Kulturen verschwommen sind, so gibt es auch heute noch eine Vielfalt von Kulturen. Mit der dominanten Kultur der Nguoi Nam, 13 großen, staatlich anerkannten Minderheiten und um die 40 weiteren Volksstämmen - die kleinsten davon kaum 1.000 Angehörige umfassend – ist die Bevölkerung ein buntes Gemisch, das erst in seiner Gesamtheit zum Volk der Kusaren wird.




      Karte der dominanten Volksgruppen nach Region

      Die Nam (kus.: Nguoi Nam, veraltet auch Xanh) stellen dabei mit rund 71 % den größten Teil der Bevölkerung des heutigen Kusaris. Durch die Völkerwanderungen, welche die ältesten bekannten Gruppen der Nam nach Nordsibutan führten und eine subsequente Aufnahme von Einflüssen durch indigene Völker entstanden viele einzigartige genetische und kulturelle Eigenschaften, die die Nam in den Augen vieler Experten zu einem Bindeglied zwischen Sibutan und dem Festland machen. Heute noch bedeutende indigene Ethnien sind vor allem die Hroi in Südkusari und Nordryukyu, die Méo oder die Tri im Osten des Landes.

      Zwar gab es von 1891 bis 2013 unter sozialistischer Herrschaft immer wieder angestrengte Versuche, diesen Aspekt aus dem Leben der Kusaren zu verbannen, doch ist die Religiosität tief in der kusarischen Kultur verwurzelt. Eine Vielzahl von Glaubensrichtungen existieren in dem sibutischen Land nebeneinander, vermischten sich oftmals auch über die Jahrhunderte zu merkwürdigen regionalen Kuriositäten. Zwar war und ist die Pflege des Glaubens beim Großteil der kusarischen Bevölkerung eine wichtige, alltägliche Angelegenheit, doch spielten die Religionen in der Vergangenheit auf staatlicher Ebene nie eine so große Rolle wie bei vielen Staaten Euridikas. Dies wirkte ebenfalls dort ausgetragenen Glaubenskonflikten entgegen und führte schließlich zu der gemäßigten Einstellung der Kusaren gegenüber der Vielzahl von Religionen. Nach dem Ende des kusarischen Bürgerkriegs hielt das farbenfrohe religiöse Leben auch wieder Einzug in den Alltag: Zahlreiche, vorher verbotene religiöse Feiertage werden wieder mit großen Feierlichkeiten begangen, überall im Land sprießen Glaubenshäuser verschiedenster Art aus dem Boden und Menschen verfechten die Position der kommunistischen Partei während sie gleichzeitig zuhause einen Ahnenschrein besitzen.

      Bedeutende religiöse Strömungen sind neben Ahnenkult und Animismus, denen sich die meisten Kusaren unabhängiger anderer Zugehörigkeiten verschrieben fühlen, unter anderem der Konfuzianismus, Variationen des Islam, das katholische Christentum und Suryo, eine in Südkusari verbreitete Sekte des Buddhismus. Neben diesen großen Glaubensrichtungen existieren unter anderem noch kleinere Kirchen und Sekten, die zum Teil sehr eigenartige Glaubenskonzepte verfolgen. So werden in einigen von ihnen Personen des öffentlichen und politischen Lebens verehrt; unter anderem Nguyễn Dinh An, Hó Dâu Sung, der ryukische Kaiser, Andras Schabo oder diverse Schauspieler, Autoren, Sportler und Sänger. Ihnen wird häufig wie Verstorbenen im Ahnenkult gehuldigt und einige von den erwähnten Persönlichkeiten erhalten regelmäßig Einladungen zu religiösen Feierlichkeiten – diese bleiben aber leider meistens unbeantwortet.


      Politisches System und Politik



      Seit dem Ende des kusarischen Bürgerkriegs 2013 und der Ratifizierung seiner Verfassung bezeichnet sich Kusari selbst als parlamentarsiche Republik und „unabhängige, souveräne und vereinte demokratische Nation“ (Art. 1 Abs. I kusarische Verfassung).

      Im Herzen des politischen Systems steht der Volkskongress, das Parlament Kusaris. Der Verfassung zufolge wird der Volkskongress alle vier Jahre in allgemeiner, gleicher, geheimer und unmittelbarer Wahl via Verhältniswahlrecht bestimmt. Der Volkskongress ist das einzige Organ, welches Gesetze beschließen darf. Zudem ist er zuständig für die Bestätigung des Haushaltsplans, die Ratifizierung von Verträgen, die Ausrufung des Kriegszustands und den Beschluss des Staatsnotfalls. Ihm obliegt auch zusammen mit dem obersten Volksgerichtshof die Überwachung der Regierungsarbeit. Besteht der Bedarf dazu, kann der Volkskongress über ein Misstrauensvotum den Rücktritt einzelner Minister oder gar der ganzen Regierung erzwingen.

      Der Präsident der ist das offizielle Staatsoberhaupt und völkerrechtlicher Vertreter des Landes, verfügt darüber hinaus aber primär über eine zeremonielle Rolle. Er wird in direkter Wahl durch das Volk bestimmt und bleibt über 5 Jahre im Amt. Beide bisherigen Präsidenten Kusaris waren bedeutende Bürgerrechtler und im Zuge des Bürgerkriegs bekannt gewordene Persönlichkeiten mit hohem öffentlichen Ansehen, aber ohne große Einbindung in das politische Geschehen.

      Die Regierung stellt derzeit die linke Nationale Front unter der vormaligen Anwältin Thảo Mai Liên. Geboren 2020 aus einer Welle von Studenten- und Arbeiterprotesten hat sie es sich zum Ziel gemacht, eine Unterwanderung der Demokratie durch zunehmend rechtsextreme politische Strömungen und andere Republikfeinde zu verhindern, gegen wachsende Polizeigewalt vorzugehen und die Militarisierung der Gesellschaft rückgängig zu machen, welche unter der früheren „Koalition der Mitte“ zwischen Sozialdemokraten und Nationalliberalen angestrebt wurde, um das noch junge Land zusammenzuhalten. Zwar sieht sich die Bewegung als Wahrer der liberalen Demokratie und hat sich unter anderem auch eine weiterführende Aufarbeitung von Kusaris sozialistischer Vergangenheit auf die Fahne geschrieben, doch gilt ihr unversöhnlicher Umgangston und teilweise spalterische Ansichten durchaus als Hindernis darin, die eigene Nation im Sinne dieses Ziels auf Dauer zusammenzuhalten. Nur die Zukunft wird zeigen, ob Thảo und die NF über ihre Wurzeln als Protestbewegung hinauswachsen können, oder ob sie durch eine Verhärtung der politischen Fronten genau das verursachen wird, was sie zu verhindern gedenkt.

      Außenpolitisch sieht es Kusari zunehmend als wichtig an, vor allem im Ventik-Raum Verbindungen zu knüpfen und sich selbst in die politische wie wirtschaftliche Sphäre Ostasuas einzubinden. Eine positive Beziehung mit dem Nachbarn Ryukyu gilt seit jeher als essenziell für den eigenen Wohlstand genauso wie zur Garantie, dass es nie wieder zu einem bewaffneten Konflikt zwischen den beiden Nationen kommt. Doch auch ab des Kaiserreichs müsse Kusari nach Partnern suchen um Stärke in einer modernen, multipolaren Ordnung zu finden und sich nicht von einem einzelnen abhängig zu machen. Besonders unter Führung der Nationalen Front kommt der Faktor hinzu, anderen Staaten und ausländischen Organisationen nicht zu viel Einfluss innerhalb Kusaris zukommen zu lassen und so ein „neo-kolonialistisches“ Szenario zu verhindern, wie manche Experten es als Endergebnis der intensiven wolkowisch-kusarischen Kooperation befürchten.

      Fortsetzung im nächsten Post.
      Historie

      Die Geschichte des kusarischen Volkes im eigentlichen Sinne begann irgendwann im Verlauf des ersten Jahrhunderts vor Christi Geburt. Über einen bis heute nicht klar definierten Zeitraum und in mehreren Wellen migriert der ursprünglich ostasuatische Volksstamm der Xanh entlang der ostasuatischen Inseln bis nach Nordsibutan. Dort angekommen treten sie in regen Kontakt mit den zahlreichen indigenen Ethnien, während sie das bis dahin “wilde” Land besiedeln und stetig gen Süden wandern.

      In der Folgezeit kam es zu einigen kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den Völkern, aus denen die Xanh zumeist siegreich hervorgingen. Dies und eine entschlossene, aber nicht auf komplette Verdrängung ausgelegte Ansiedlung in den restlichen Gebieten der Halbinsel führte dazu, dass bis zur Mitte des fünften Jahrhunderts eine in vielen Bereichen weitgehende Vermischung der einzelnen Kulturen und Völker miteinander stattgefunden hatte. Dennoch zeichneten sich von Region zu Region kulturelle Unterschiede ab, die mal mehr, mal weniger intensiv von den Einflüssen der indigenen Volksgruppen herrühren. Dies kommt auch heute noch in der Existenz einer Vielzahl kultureller und ethnischer Minderheiten zum Ausdruck.

      Im Laufe der folgenden 800 Jahre war das Gebiet des heutigen Kusari überzogen von unzähligen kleinen Feudalstaaten. Selbst ernannte Grafschaften, Fürstentümer und Königreiche übersäten die kusarische Halbinsel wie eine Sammlung bunter Flicken. Während sich einige größere Herrscher-Dynastien mit der Zeit einen Namen machen und sich in der bewegten Welt des frühmittelalterlichen Kusari behaupten konnten, erschienen am einen Tag unzählige kleine und unbedeutende Nationen, die es bereits am nächsten so nicht mehr gab. Als einflussreichste Familien gelten heutzutage die Tao-, Anh Ang, ganz besonders aber die Nguyen-Dynastie. In geschichtswissenschaftlichen Kreisen bezeichnet man die Zeit vom sechsten bis zum 14. Jahrhundert daher oft auch oft als das „bunte Zeitalter“.

      Während des 14. Jahrhunderts entstand unter der nordkusarischen Hó-Dynastie der erste kusarische Staat im eigentlichen Sinne, geformt in einer Reihe von Feldzügen, welche als Vereinigungskriege (nicht zu verwechseln mit den späteren Volkseinigungskriegen) in die Geschichte eingehen würden. König Hó Dâu Sung war einer der vielen Verfechter des Ideals einer Domäne, unter der alle kusarischen Völker wachsen und gedeihen konnten, und orchestrierte im Verlauf seiner Herrschaft bis 1376 ein stetiges Wachstum seines Herrschaftsbereichs, genährt durch Eroberungen genauso wie geschickte Diplomatie und die Verflechtung von Dynastien. Ende des 14. Jahrhunderts hatte sich so das Kaiserreich Kusari fest als Herscher über ganz Nordsibutan sowie große Landstriche jenseits der heutigen kusarisch-ryukischen Grenze etabliert.

      Nach dem Ableben Hó Dâu Sungs als erstem Kaiser Kusaris fehlte den kommenden Jahrhunderten etwas von dem Antrieb, der für die zahlreichen aufeinanderfolgenden Entwicklungen des 14. Jahrhunderts gesorgt hatte. Dieses fehlende Weiterkommen, aber auch die direkten politischen Gegebenheiten innerhalb Kusaris waren die Hauptursachen dafür, dass aus Euridika gen Süden greifende Kolonialmächte ein so einfaches Spiel mit dem nach außen geeint scheinenden, aber intern stark dezentralisierten Kaiserreich hatten. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts lenkten erst das [andermannische] Kolonialgesellschaften und wenig später das Königreich Mondego ihr Augenmerk auf das Land vor der westasuatischen Küste. Von früheren Interaktionen vor allem mit mondegassischen Seefahrern, die eifrig die Weltmeere erkundeten war bekannt, dass Kusari reich an natürlichen Rohstoffen – zunächst allen Arten exotischer Nahrung, die das euridische Herz begehrte, später auch industrielle Ressourcen wie Kohle – war, und dass das Land einer Befriedung von Außen wenig hätte entgegen setzen können. Zudem war der derzeitige Kaiser Sinh eine schwache Anführerfigur, die sich mehr mit Streitereien innerhalb seines Gefolges als mit den Aufgaben der Staatsführung beschäftigen musste.

      So fielen bis 1834 weite Teile West- und Südkusaris an das Andermannreich, das sie sich in mehreren Kampagnen einverleibte und schließlich einen formellen Vertag mit Kaiser Sinh schloss. Dieser legitimierte die andermannische Besetzung der kusarischen Gebiete, die zwar de jure noch Teil des Kaiserreichs waren, aber tatsächlich nicht einmal auf eine Anweisung aus Chiancong gehört hätten, wenn mal eine gekommen wäre. Außerdem begab sich der weiterhin souveräne Teil Kusaris in eine starke Abhängigkeit zum Kaiserreich, die den kusarischen Kaiser zu nicht mehr als einer Schaufensterpuppe machte. Nicht viel anders verhielt es sich mit den Gebieten Ostkusaris, die nach Ausübung starken Drucks 1836 unter eine mondegassische Kolonialverwaltung gestellt wurden, und den Landen jenseits der heutigen Grenze, die bereits Jahre zuvor in einem demütigenden Konflikt an das aufsteigende ryukische Kaiserreich verloren gingen.

      Das Kaiserreich Kusari war damit nur noch ein Schatten seiner selbst, in seiner Größe stark geschrumpft und unter dem Einfluss der euridischen Kolonialmächte stehend. Während die Bevölkerung unter Bevormundung zu leiden hatte, die auch Eingriffe in die ureigene Kultur Kusaris nach belieben der Euridiker nicht ausschloss (wie die „Euridisierung“ der kusarischen Schrift, die bis dahin größtenteils auf südsibutischen Schriftzeichen basierte) könnte man der Zeit auch ein paar positive Dinge abgewinnen: Durch die von euridischen Siedlern mitgebrachten, vollkommen fremden kulturellen und technologischen Aspekte kam wieder Bewegung in die Entwicklung Kusaris. In der Musik entstanden Stilrichtungen, die kusarische und euridische Elemente miteinander vereinten. Im Sinne der Kolonialherren wurde teilweise massiv in die bis dahin mangelhaft entwickelte Infrastruktur investiert und neue Ideologien verbreiteten sich unter den Menschen. Gerade diese sollten für die gegen Ende des Jahrhunderts zunehmend schneller stattfindenden Entwicklungen bedeutend sein.

      In den 1870er und 80er Jahren entwickelten sich mehrere große Strömungen, die Unabhängigkeit vom kolonialen Joch, aber auch von der verfehlten Politik des Kaiserreiches wollten. Der sich ausprägende Nationalismus und Unabhängigkeitswunsceh drückte sich in verschiedensten Formen aus; von Verschwörungen kusarischer adliger zur Entmachtung der Sinh-Dynastie bis hin zu wagemutigen, aber wenig populären Ideen wie einem Anschluss an Ryukyu zu Formung einer geeinten, pan-sibutischen Nation. Letztlich jedoch trafen besonders unter der verarmten ländlichen Bevölkerung die Ideen eines Nguyễn Dinh Ans auf großen Anklang. Der Mann, der unter seinem Decknamen Shin Taki Mao bekannt werden würde, war seit jeher ein ausgesprochener Antikolonialist, und wurde während seiner Studienzeit in Wolkowien neben Persönlichkeiten wie Alexej Uljanow zu einem der großen kommunistischen Vorreiter. Als er 1883 nach Kusari zurückkehrte brachte er die Idee des Shinismus, einer im Kern sozialistischen, aber primär antikolonialen und nationalistischen Ideologie, mit sich – in dem festen Bestreben, seine Nation von den kolonialen Besatzern zu befreien.

      Nachdem die kusarischen Lande mehrere Jahre lang teils heftige Unruhen sowie subversive Aktivitäten durch Shins wachsende Untergrundbewegung durchlebt hatte, brach 1890 schließlich ein ausgewachsener Unabhängigkeitskrieg aus. Sowohl im Rest des kusarischen Kaiserreichs als auch in den kolonialen Besetzungen kam es zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen shinistischen Revolutionären, kolonialen Ordnungsmächten und auch anderen Unabhängigkeitsbewegungen aller Couleur, welche in dem entstehenden Chaos ihre Chance sahen und den Kusarischen Unabhängigkeitskrieg zu einem undurchsichtigen Vielfronten-Krieg machten. Während es die Andermannen mit viel Anstrengung schafften, an ihren kolonialen Besetzungen festzuhalten, waren bis Ende 1890 sowohl das kusarische Kaiserhaus als auch die Mondegassen weitestgehend der Macht beraubt. Trotzdem gab es bis zum Sommer 1891 weiterhin Konflikte zwischen nun rivalisierenden revolutionären Gruppen, bevor sich die Shinisten endgültig als Sieger behaupten konnten. Am 05.07.1891 wurde im einstigen Kaiserpalast in Chiancong mit der Kusarischen Räterepublik einer der ersten sozialistischen Staaten der Welt ausgerufen.

      In den kommenden Jahrzehnten durchlief Kusari eine rasante Industrialisierung und Militarisierung, genährt von den Vermögen ehemaliger Kolonialherren, Wissenstransfers aus dem Westen und dem shinistischen Dogma, dass Kusari nicht zur Ruhe kommen möge, bevor nicht alle kusarischen Völker vereint sind. Wichtiges Instrument waren dabei ausgewählte Mitglieder der kommunistischen Partei. Sie wurden – in den meisten Fällen unter falscher Identität und finanziert von den Besitztümern vieler reicher Mondegassen – in die verschiedensten Industrienationen Euridikas geschickt um dort an Informationen über den Aufbau von Produktionsketten zu kommen, an den Universitäten Wirtschaft zu studieren oder einfach nur Erfahrung mit spezifischen Professionen zu sammeln, die in ihrer Heimat an die zukünftigen Arbeiter weitergegeben werden konnten. Durch diese kleine, sehr gut ausgebildete Gruppe von Menschen schaffte Kusari sich bis in die frühen 1920er eine Basis für eine eigene, wenn auch noch relativ beschauliche Industrie und eine neue Gesellschaft von Arbeitern. Die kusarische Regierung musste teils mit strikten Regelungen und einer Verpflichtung zur Arbeit, die fast schon Züge einer Wehrpflicht hatte, teils mit Vergünstigungen für die Willigen arbeiten, um genug Menschen vom Land in die Städte und aus dem Boden gestampften Industriezentren zu ziehen, damit die Anlagen betrieben werden konnten, aber letztlich gelang, was zuvor nur wenige für möglich gehalten hatten: Binnen weniger Jahrzehnte war Kusari zu einer Industrienation geworden, die in Ostasua ihresgleichen suchte – und welche es später in ihrem Nachbarn Ryukyu fand.

      Primär unter der Regie von Shin Van Lanh, Nguyễn Dinh Ans Sohn, bereitete sich Kusari so auf die kommenden Volkseinigungskriege vor. Während des ersten Volkseinigungskriegs gelang es der Räterepublik nach Jahren subversiver Tätigkeiten endlich, die Andermannen von Sibutan zu vertreiben und die Insel komplett zu dekolonialisieren. Das Ende des ersten Volkseinigungskriegs sorgte für eine Welle der Euphorie in Kusari, und führte beinahe direkt in den nächsten Konflikt: 1934, direkt nach dem Einmarsch kusarischer Truppen in Noi Kùs kam es infolge der Unabhängigkeitskrise beinahe zu einem Krieg mit dem Kaiserreich Ryukyu, der nur um Haaresbreite verhindert werden konnte - zumindest vorerst. Während Kusari sich nämlich momentan nicht in der Lage sah, es mit dem weitaus größeren Nachbarn aufzunehmen, hatte man die Demütigungen des 19. Jahrhunderts genauso wenig vergessen wie die zahlreichen Kusaren, die auch zu diesem Zeitpunkt noch jenseits der Grenze lebten.

      Einem Jahrzehnt der politischen Auseinandersetzung und einem Untergrund-Krieg brach mit dem zweiten Volkseinigungskrieg (in Ryukyu bekannt als zweiter Kusarikrieg) schließlich der Konflikt aus, der zur endgültigen Vereinigung der kusarischen Völker und Erfüllung des Shinismus führen sollte, während dessen Verlauf jedoch zu einem der verheerendsten Kriege wurde, den Ostasua je erlebt hat. In dem Bestreben, das weitaus größere Ryukyu schnell vor vorendete Tatsachen zu stellen marschierten kusarische Soldaten am 26.02.1943 ohne formelle Kriegserklärung über die Grenze nach Ryukyu. Der Vorstoß der gut ausgerüsteten, kampferfahrenen und vorbereiteten kusarischen Truppen sah zunächst erstaunliche Erfolge. Die Räterepublik hatte jedoch alles in diesen Kampf stecken müssen, was sie hatte, um auf einen schnellen Sieg gegen das Kaiserreich mit einem Vertrags-Frieden hoffen zu können. Als sich diese Hoffnungen jedoch verflüchtigten und Ryukyu von seinen massiven Mannstärke-Reserven und mindestens ebenbürtigen, wenn nicht gar von Anfang an überlegenen, Industrie Gebrauch machte, wendete sich das Kriegsglück schnell. Nach einer Gegenoffensive, die beinahe den Kollaps Kusaris sah und mehrere Jahre erbitterten Stellungskriegs endete der zweite Volkseinigungskrieg de jure in einem weißen Frieden, war de facto jedoch eine entscheidende Niederlage für die Shinisten. Nicht nur hatte keines der Kriegsziele erfüllt werden können; der Krieg hatte schwere Narben an der kusarischen Nation hinterlassen, von der sie sich nie wieder ganz erholen konnte. Auch wenn die Räterepublik bis ins 21. Jahrhundert fortbestand, sehen viele den Beginn ihres Endes im Frieden von 1949 – genauso wie den Beginn des Verfalls einer einstigen Industriemacht hin zu einem Drittweltland.

      Zwar blieb Kusari auch nach dem Krieg noch eine bedeutende Nation innerhalb der sozialistischen Welt, die sich auch am Wiederaufbau des Landes beteiligte, doch zeichneten sich schnell Risse in der Fassade der Räterepublik ab. Während des Kriegs waren nicht nur große Teile der heimischen Industrie und Infrastruktur zerstört worden, auch hatte das Land einen signifikanten Teil der gut ausgebildeten, arbeitsfähigen Bevölkerung verloren. Selbst mit einem schnellen Wiederaufbau war es Kusari kaum möglich, wirtschaftlich auf Vorkriegsniveau zurückzufinden. Bis in die 1960er Jahre gab es unzählige Werksschließungen, einen wachsenden Rückstand bei Forschung und Entwicklung sowohl gegenüber den Nachbarn in Ostasua als auch gegenüber anderen Komintern-Staaten, und zwischen wachsender Arbeitslosigkeit und internen Konflikten wie der infamen Umsiedelungen und Repressalien gegen Minderheiten wie die Mèo zeichnete sich wachsende interne Instabilität ab. Allgemein gelten die Máu-Aufstände von 1976, welche Kusari schon einmal an den Rande des Zusammenbruchs brachten, und deren blutige Niederschlagung als Ende des Transformationsprozesses. In den folgenden Jahrzehnten hatte die Räterepublik kaum noch Bedeutung in der sozialistischen Einflusssphäre, und war zunehmend auf Hilfe von außen angewiesen, um sich zu erhalten.

      Dennoch würde das shinistische Kusari noch bis ins 21. Jahrhundert fortbestehen. 2008 jedoch sah sich Kusari mit dem unabwendbaren Staatsbankrott konfrontiert, und auf dem Rücken verprellter Arbeiter formierte sich schnell eine Protestbewegung, welche die herrschenden Eliten der kommunistischen Partei aus dem Amt enthoben sehen wollte. Eine Revolution hatten die meisten der Demonstrierenden dabei zunächst gar nicht im Sinn, sondern lediglich die Beseitigung der als unfähig und korrupt geltenden Staatsführung. Als es jedoch nach dem Rücktritt des Staatsratsvorsitzenden Võ Thanh Ðạo 2009 und der Ankündigung von Neuwahlen zu einem Putschversuch durch Militärs und shinistische Hardliner kam, die um ihren Einfluss fürchteten, eskalierte die Lage schnell. Als diese öffentliche Plätze in mehreren Großstädten besetzen, die Demonstranten sich jedoch weigerten, auseinander zu gehen, kam es zu Angriffen auf Zivilisten, welche das Militär spalteten und die Protestler radikalisierten. Schnell wurde durch die Putschisten Kriegsrecht deklariert, während vor allem in Nordkusari Teile der Streitkräfte öffentlich ihre Desertation verkündeten. Schnell formierte sich mit der Provisorischen Republikanischen Armee (PRA) offener militärischer wie politischer Widerstand. Der daraus erwachsene kusarische Bürgerkrieg sollte trotz mehrerer Versuche der Vereinten Staaten, zu schlichten, von 2009 bis 2013 wüten – und letztlich in einem Sieg der oppositionellen Kräfte enden.

      Nach dem Ende des Bürgerkriegs ließ die PRA zügig eine neue Republik proklamieren. Bis Ende des Jahres arbeiteten mehrere Nationalversammlungen die Details einer neuen Verfassung aus; nach den ersten regulären Wahlen Ende des Jahres tagte im Januar 2014 das erste regulaäe Parlament der neuen Nation. Seither hat Kusari einige rasante Entwicklungen durchlaufen, sowohl politisch als auch wirtschaftlich. Während die Politik der postsozialistischen Ära geprägt ist von der mangelnden Aufarbeitung der eigenen Vergangenheit, inner- und zwischenparteilicher Zerstrittenheit sowie einer zunehmenden Verhärtung der Fronten zwischen diametral entgegengesetzten politischen Strömungen erlebt Kusari spätestens seit 2014 einen rapiden wirtschaftlichen Aufschwung. Im Zuge einer fokussierten nationalen Entwicklungspolitik sowie massiver Unterstützung aus Wolkowien brach eine Blütezeit für das lange gebeutelte sibutische Land an, welche noch bis 2018 jährlich ein Wachstum im zweistelligen Prozentbereich sah. Auch die wachsende Einbindung Kusaris in den ostasuatischen Raum, unter anderem im Rahmen des Asuatischen Rats, gilt als wichtiger Faktor für diese fortwährende Erholung. Trotzdem liegt immer noch ein langer Weg vor Kusari, wenn es wieder in einstigem Glanz erstrahlen will – eine Hoffnung, die es wohl nie ganz erfüllen können wird.


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      Ja.

      Wie hast du zu Virtual States gefunden?

      Vor beinahe 10 Jahren bin ich über ein Partnerforum hier angekommen, welches heute meiner Vermutung nach gar nicht mehr existiert.
      Guten Abend Enrico!

      Kusari schrieb:

      Erhöhung der Bevölkerung: Ich habe mir spätestens seit 2015 immer wieder darüber Gedanken gemacht, wie ich mit Kusaris Bevölkerung umgehe. Die alte Zahl, etwa 20 Mio. Einwohner, stammt noch von 2011, einer Zeit in der ich scheinbar das Konzept der mittleren Bevölkerungsdichte noch nicht verstanden hatte und meinte, diese Zahl müsse möglichst niedrig sein um ein Land mit viel unbewohntem Gebiet zu simulieren. Realistisch betrachtet ist diese Zahl für ein südostasiatisch inspiriertes Land von der Größe Spaniens natürlich vollkommen unrealistisch, und nochmal extra fragwürdig wenn man die bedeutende Stellung Kusaris in der Vergangenheit betrachtet, welche bereits lange vor dieser Änderungsanmeldung in Spiel kam. Mit Hinblick darauf habe ich mich entschlossen, rückwirkend eine signifikante Vergrößerung der Bevölkerung zu beantragen. Die von mir angepeilte Größe bewegt sich nun bei um die 90 Mio. Einwohner, was in etwa der Größenordnung des heutigen Vietnams entspricht. Bei der Fläche Kusaris könnte diese Zahl durchaus noch erhöht werden, soll aber einen deutlich Einbruch des Bevölkerungswachstums nach dem Krieg mit Ryukyu darstellen, welches bis heute noch nachweisbar ist.

      Du hattest diesen Schritt mir gegenüber ja bereits anklingen lassen, und ich gebe Dir recht in der Betrachtung, dass die derzeitige Einwohnerzahl Kusaris für ein südostasuatisches Land dieser Fläche und mit dem realen Vorbild Indochina deutlich zu niedrig angesetzt ist.

      Kusari schrieb:

      Erhöhung des BIP: Dies ist weniger ein Retcon als vielmehr eine Formalisierung des signifikanten wirtschaftlichen Aufschwungs, welchen Kusari seit dem Ende des Bürgerkriegs 2013 erlebt hat und sich mit seinen extremen Wachstumsraten an dem wirtschaftlichen Wiederaufbau Vietnams im Zuge der Đổi mới-Reformpolitik orientiert. Ich gebe zu, ich habe die Erhöhung des BIP/Kopf eher durch schätzen angepeilt, und zusammen mit der gewünschten Erhöhung der Bevölkerung würde Kusari plötzlich um einiges stärker sein, als es bisher war. Doch sehe ich darin für die Simulation keine unüberwindbaren Probleme - letztlich bewegt sich Kusari auch mit solch einer Änderung weiterhin irgendwo im Limbo zwischen einem Schwellen- und Entwicklungsland.

      Beim Betrachten der Zahlen erachte ich das von Dir beantragte Wirtschaftswachstum trotz der SimOn durchgeführten Schritte für zu groß. Allerdings kann ich hier auch nur grob schätzen, da ich aufgrund der Veränderung der Einwohnerzahl in dieser Beantragung nicht weiß, wie sich diese in den letzten Jahren SimOn entwickelt hat. Kannst Du anhand der Vorlage für Änderungsbeantragungen genauer aufschlüsseln, wie sich Bevölkerungszahl und Wirtschaftskraft zwischen 2013 und 2020 pro Jahr entwickelt haben?

      Kusari schrieb:

      Ebenso habe ich für die aktuelle Bezeichnung Kusaris hier bereits "Republik Kusari" genutzt. Die Entwicklung wird zwar derzeit noch Sim-On ausgestaltet, doch glaube ich nicht, dass diese Anmeldung angenommen wird, bevor dies gesehen sein wird.

      Ich weiß nicht, wie Du die Vermutung begründest, Deine Ummeldung würde viel zeit in Anspruch nehmen. Entweder, Du rechnest damit, dass ich viel daran auszusetzen hätte, oder dass ich sie längere Zeit unbearbeitet ließe. Da Du als einziger Administrator neben mir nicht Deine eigene Ummeldung bearbeiten kannst, kann diese Einschätzung nur in meine Richtung abzielen. Ich finde den versteckten Vorwurf jedenfalls schade, da ich mich stets bemühe, möglichst zeitnah auf An- und Ummeldungen zu reagieren. Ich finde, ich habe mir in dieser Hinsicht auch nichts vorzuwerfen, da ich die letzten Anmeldungen immer rasch bearbeitet habe. Ich weiß auch nicht, weshalb Du nach unseren bisherigen Gesprächen über die Vergrößerung von Kusaris Einwohnerzahl zu der Überzeugung gelangt sein solltest, ich hätte diesbezüglich viele Einwände vorzutragen. Ich habe immer meine allgemeine Zustimmung dazu geäußert, und abseits der Vergrößerung von BIP pro Kopf und Einwohnerzahl enthält Deine Ummeldung praktisch nichts, was nicht bereits SimOn Realität ist.

      Kusari schrieb:

      Lange habe ich mich darum gedrückt, doch Kusari ist mittlerweile nicht nur einer der ältesten noch existierenden Staaten in unserer VS-Welt, er besitzt auch mit Abstand die älteste Anmeldung.

      Die Anmeldung für Kusari ist 2013 einen Tag vor den Anmeldungen Valhonias und Wolkowiens veröffentlicht worden.

      Gruß
      Niklas

      Quellen- und Lizenzangaben der Signaturbilder sind HIER zu finden
      Gute Nacht NIklas,

      danke für deine flinke Anwort!

      Zwecks des Wirtschafts- und Bevölkerungswachstums:

      Wie gesagt, ich beuge mich, was dies betrifft, anstandslos deiner Ansicht hier - du warst schon immer der Bewandertere, was Ökonomie betrifft. Unter Annahme, dass die Bevölkerung 2020 so ist, wie ich sie hier beantrage, würde sich eine Entwicklung, wie ich sie mir vorstelle, in etwa so gestalten:

      2014 schrieb:


      Einwohnerzahl neu: 77.437.588
      Prozentuale Veränderung: 1,1

      Begründung: Direkt nach Ende des Bürgerkriegs ist die Geburtenrate auf einem Tiefstand.


      BIP pro Kopf neu: 1.857 VSD
      Prozentuale Veränderung: 5,6 %
      Gesamt-BIP neu:
      143.801.600.916 VSD

      Begründung: Mit dem Ende des Bürgerkriegs ist die kusarische Wirtschaft am Boden angekommen. Optimistische Prognosen sorgen dennoch für ein spürbares, wenn auch den Umständen entsprechend schwaches Wachstum. Die schweren Tai-Sinh-Unruhen im Februar sowie deren Nachwehen gelten weithin als zusätzliche Belastung.


      2015 schrieb:


      Einwohnerzahl neu: 79.504.710
      Prozentuale Veränderung: 2,6 %

      Begründung: Mit den ersten positiven Auswirkungen politischer Reformen und wirtschaftlicher Hilfen steigt nicht nur die Geburtenrate deutlich an; Kusari erfährt auch einen Strom an Rückkehrern - primär Kusaren, welche in der Vergangenheit als Gastarbeiter nach Lusitzchien gingen, und im Zuge der sich dort entwickeltenden Unruhen in Asua auf eine bessere Zukunft hoffen. Zu einem kleinen Teil enthält dies auch Exilkusaren aus Wolkowien, welche oft im Auftrag wolkowischer Firmen zu Niederlassungen in Kusari versetzt werden.


      BIP pro Kopf neu: 2.032 VSD
      Prozentuale Veränderung: 9,4 %
      Gesamt-BIP neu: 161.553.570.720 VSD

      Begründung: Die sich stabilisierenden politischen Verhältnisse sowie der Beschluss signifikanter wirtschaftlicher Unterstützung wie dem Entwicklungskredit im Rahmen des 2014 abgeschlossenen Handels- und Zollvertrags mit der Republik Wolkowien sorgen für einen rasanten Anstieg des Wirtschaftswachstums.


      2016 schrieb:


      Einwohnerzahl neu: 81.044.557
      Prozentuale Veränderung: 1,9 %

      Begründung: Der Rückstrom vormaliger kusarischer Auswanderer und deren Nachkommen ebbt weitestgehend ab. Dennoch wächst das Bevölkerungswachstum weiter an.


      BIP pro Kopf neu: 2.270 VSD
      Prozentuale Veränderung: 11,7 %
      Gesamt-BIP neu: 183.971.189.790 VSD

      Begründung: Die Entwicklung des BIPs erreicht mit dem vollen Inkraftreten der Phục Sinh-Politik, zahlreichen neuen Firmengründungen und den positiven Auswirkungen der wolkowischen Entwicklungshilfe ihren Höhepunkt.


      2016 schrieb:


      Einwohnerzahl neu: 82.783.000
      Prozentuale Veränderung: 2,1

      Begründung: Das natürliche Bevölkerungswachstum erreicht auf dem Rücken kontinuierlicher Reformpolitik seinen Höchststand.


      BIP pro Kopf neu: 2.522 VSD
      Prozentuale Veränderung: 11,1 %
      Gesamt-BIP neu: 208.778.726.000 VSD



      2017 schrieb:


      Einwohnerzahl neu: 84.129.065
      Prozentuale Veränderung: 1,6


      BIP pro Kopf neu: 2.840 VSD
      Prozentuale Veränderung: 11,3 %
      Gesamt-BIP neu: 238.926.544.600 VSD



      2018 schrieb:


      Einwohnerzahl neu: 85.497.017
      Prozentuale Veränderung: 1,6 %


      BIP pro Kopf neu: 3.130 VSD
      Prozentuale Veränderung: 10,2 %
      Gesamt-BIP neu: 267.605.663.210 VSD

      Begründung: Durch anhaltende wirtschaftliche Unterstützung sowie eine politisch relativ stabile Lage wird ein anhaltend hohes Wirtschaftswachstum bis 2018 begünstigt.


      2019 schrieb:


      Einwohnerzahl neu: 86.799.002
      Prozentuale Veränderung: 1,5 %


      BIP pro Kopf neu: 3.346 VSD
      Prozentuale Veränderung: 6,9 %
      Gesamt-BIP neu: 290.429.460.692 VSD

      Begründung: Die Auswirkungen des gescheiterten Juliputsches im Nachbarland Ryukyu sowie dessen gewandelte Haltung im Zuge von Neuwahlen und eines Siegs durch konservative Kräfte schlagen sich auch im kusarischen Wachstum nieder und hinterlassen eine signifikante Delle.


      2020 akutell schrieb:


      Einwohnerzahl neu: 87.853.241
      Prozentuale Veränderung: 1,2 %

      Begründung: Mit verstärktem wirtschaftlichen Wachstum und einem verstärkten Fokus auf Bildung für die Bevölkerung sinkt das Wachstum bis heute deutlich, bleibt aber klar über 1 %.


      BIP pro Kopf neu: 3.617 VSD
      Prozentuale Veränderung: 8,1 %
      Gesamt-BIP neu: 317.765.172.697 VSD

      Begründung: Die Wirtschaft erholte sich zwar von den Folgen der politischen Unruhen in Ryukyu, und ist auch durch die Reformation des Asuatischen Rates positiv gestimmt. Die ausschweifenden Proteste durch die AAO sowie folgende politische Umwürfe sind aber weitere Hemmnisse für das kusarische Wachstum, und halten dieses klar im einstelligen Bereich.


      Hier möchte ich dir durchaus für den Tip, das ganze pro Jahr aufzuschlüsseln, danken! Nicht nur erhalte ich beim BIP/EW jetzt niedrigere Zahlen, ich kann auch besser nachvollziehen, wie diese zustande gekommen sind. Generell habe ich mich dabei weiterhin am Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum Vietnams in den späten 1980er und 1990er Jahren im Nachgang der Đổi mới Politik orientiert.


      Ich weiß nicht, wie Du die Vermutung begründest, Deine Ummeldung würde viel zeit in Anspruch nehmen. Entweder, Du rechnest damit, dass ich viel daran auszusetzen hätte, oder dass ich sie längere Zeit unbearbeitet ließe. Da Du als einziger Administrator neben mir nicht Deine eigene Ummeldung bearbeiten kannst, kann diese Einschätzung nur in meine Richtung abzielen. Ich finde den versteckten Vorwurf jedenfalls schade, da ich mich stets bemühe, möglichst zeitnah auf An- und Ummeldungen zu reagieren. Ich finde, ich habe mir in dieser Hinsicht auch nichts vorzuwerfen, da ich die letzten Anmeldungen immer rasch bearbeitet habe. Ich weiß auch nicht, weshalb Du nach unseren bisherigen Gesprächen über die Vergrößerung von Kusaris Einwohnerzahl zu der Überzeugung gelangt sein solltest, ich hätte diesbezüglich viele Einwände vorzutragen. Ich habe immer meine allgemeine Zustimmung dazu geäußert, und abseits der Vergrößerung von BIP pro Kopf und Einwohnerzahl enthält Deine Ummeldung praktisch nichts, was nicht bereits SimOn Realität ist.


      Ich habe dir dazu per DM über DIscord schon eine Nachricht geschrieben. Tl;dr: Das war in keiner Weise als Kritik an deiner Bearbeitungsgeschwindigkeit gedacht!


      Die Anmeldung für Kusari ist 2013 einen Tag vor den Anmeldungen Valhonias und Wolkowiens veröffentlicht worden.


      Ich gebe zu, Valhonia habe ich übersehen. Da es mit diesem Punkt jedoch um die aktuellste Version der jeweiligen Anmeldungen ging, und Wolkowien bereits zweimal aktualisiert wurde - Stand 2019 in der Version als Wolkowisches Reich - während Kusari noch kein einziges Mal geupdated wurde, würde ich Wolkowien hier nicht so gelten lassen.

      Mit freundlichem Gruß